Lewin fährt
wegen seiner Loyalität zum Darwinismus fort, dieses außergewöhnliche
Phänomen des Kambriums ein "evolutionäres Ereignis"
zu nennen, doch es ist klar, dass die bisherigen Entdeckungen
nicht mit einer evolutionsorientierten Auffassung erklärt
werden können.
Interessanterweise verkomplizieren neue Fossilienfunde das
Problem des kambrischen Zeitalters noch weiter. In seiner
Ausgabe vom Februar 1999 befasst sich ein führendes Wissenschaftsjournal,
Trends in Genetics (TIG) (Trends in der Genetik) mit dem Thema.
In einem Artikel über ein Fossilienbett in der Burgess
Schiefer-Region der Provinz British Columbia in Kanada gab
es zu, dass die Fossilienfunde in der Region keinerlei Unterstützung
für die Evolutionstheorie liefern.
 Marrella: eine der interessanten fossilen Kreaturen aus dem
Burgess Schiefer |
Das Burgess-Schiefer Fossilienbett wird als eine der wichtigsten
paläontologischen Entdeckungen unserer Zeit angesehen.
Die Fossilien aus dem Burgess-Schiefer zeigen sehr viele Arten,
die urplötzlich auf der Erde aufgetaucht sind, ohne dass
sie sich aus vorher existierenden Arten hätten entwickeln
können, ganz einfach weil man solche in den älteren
Schichten nicht gefunden hat. TIG formuliert das Problem so:
Es mag sonderbar erscheinen, dass
Fossilien eines so kleinen Fundortes, gleichgültig
wie aufregend sie sein mögen, im Mittelpunkt einer
heftigen Debatte über breite Themen der Evolutionsbiologie
stehen. Der Grund ist, dass Tiere während des Kambriums
in überwältigender Menge scheinbar von nirgendwoher
den Fossilienbestand gestürmt haben. Ständig genauer
werdende radiometrische Datierungen und neue Fossilienfunde
haben den Blick für die Plötzlichkeit und das
Ausmaß dieser biologischen Revolution nur geschärft.
Das Ausmaß dieses Umbruchs im Biosystem der Erde verlangt
nach einer Erklärung. Obschon viele Hypothesen vorgeschlagen
worden sind, herrscht die Meinung vor, dass sie alle nicht
völlig überzeugend sind.62
Diese "nicht völlig überzeugenden" Hypothesen
stammen von evolutionistischen Paläontologen. TIG nennt
zwei Autoritäten in diesem Zusammenhang, Stephen Jay
Gould und Simon Conway Morris. Beide haben Bücher geschrieben,
die das plötzliche Auftauchen der Lebewesen vom evolutionistischen
Standpunkt her erklären sollen. Doch wie TIG hervorhebt,
hat weder Wonderful Life (Wundervolles Leben) von Gould noch
The Crucible of Creation: The Burgess Shale and the Rise
of Animals (Schmelztiegel der Schöpfung: Der Burgess-Schiefer
und das Aufkommen der Tiere) von Morris eine Erklärung
für die Burgess-Schiefer Fossilien geliefert, oder für
den Fossilienbestand des Kambriums im allgemeinen.
Tiefergehende Untersuchungen zeigen das
große Dilemma, dass die kambrische Explosion für
die Evolutionstheorie darstellt. Jüngste Funde weisen
darauf hin, dass fast alle Stämme abrupt im Zeitalter
des Kambriums auftauchten. In einem Artikel des Wissenschaftsmagazins
Science aus dem Jahr 2001 heißt es: "Der Beginn
des Kambriums vor etwa 545 Millionen Jahren sah das plötzliche
Auftauchen fast aller hauptsächlichen Tierarten, die
die Zoologie bis auf den heutigen Tag dominieren."63
Derselbe Artikel bemerkt, wenn solch komplexe unterschiedliche
Lebensformen durch die Evolutionstheorie erklärbar sein
sollten, dann hätten reichhaltige Fossilienbetten, die
einen graduellen Entwicklungsprozess aufzeigen müssten,
gefunden werden müssen, doch solche seien bisher nicht
nachgewiesen worden:
Eine solche Evolution und auch Verbreitung
hätte eine Vorgeschichte jeder Gruppe erfordert, worauf
jedoch im Fossilienbestand nichts hindeutet.64
Das Bild, das uns die kambrischen Fossilien bieten, widerlegt
ganz klar die Annahmen der Evolutionstheorie und liefert den
schlagenden Beweis für die Beteiligung eines "supernatürlichen"
Wesens an ihrer Schöpfung. Douglas Futuyma, ein prominenter
evolutionistischer Biologe, gibt diese Tatsache zu:
Entweder tauchten Organismen völlig
entwickelt auf der Erde auf oder nicht. Wenn nicht, müssen
sie sich durch irgendeinen Modifikationsprozess aus vorher
vorhanden gewesenen Arten entwickelt haben. Wenn sie aber
in völlig entwickeltem Zustand aufgetaucht sind, dann
müssen sie in der Tat von irgendeiner omnipotenten Intelligenz
geschaffen worden sein.65
Der Fossilienbestand gibt einen deutlichen
Hinweis darauf, dass die Lebewesen sich nicht von primitiven
zu fortgeschritteneren Formen entwickelt haben, sondern plötzlich
und in einem vollentwickelten Stadium aufgetaucht sind. Dies
liefert Beweis genug, um sagen zu können, dass das Leben
nicht durch zufällige, natürliche Prozesse entstanden
ist, sondern durch einen intelligenten Schöpfungsakt.
In einem Artikel mit der Überschrift "The Big Bang
of Animal Evolution" (Der Urknall der Tier-Evolution)
des führenden Wissenschaftsjournals Scientific American
akzeptiert der evolutionistische Paläontologe Jeffrey
S. Livington diese Realität, wenn auch widerwillig, indem
er sagt: "Aus diesem Grund muss damals etwas außergewöhnliches
und sehr mysteriöses - irgendeine höchst kreative
"Kraft" - existiert haben."66
  
62
Gregory A. Wray, "The Grand Scheme of Life", Rezension:
The Crucible Creation: The Burgess Shale and the Rise of Animals
by Simon Conway Morris, Trends in Genetics, Februar 1999,
Band 15, Nr. 2.
63 Richard Fortey, "The Cambrian
Explosion Exploded?", Science, Band 293, Nr. 5529, 20.
Juli 2001, S. 438-439.
64 Richard Fortey, "The Cambrian
Explosion Exploded?", Science, Band 293, Nr. 5529, 20.
Juli 2001, S. 438-439.
65 Douglas J. Futuyma, Science on Trial,
Pantheon Books, New York, 1983, S. 197.
66 Jeffrey S. Levinton, "The Big
Bang of Animal Evolution", Scientific American, Band
267, November 1992, S. 84.
|