Die Herkunft der Säugetiere

Wie wir bereits zuvor dargelegt haben, schlägt die Evolutionstheorie vor, ein paar imaginäre Kreaturen seien aus dem Wasser gekrochen, hätten sich in Reptilien verwandelt und Vögel hätten sich aus den Reptilien entwickelt. Nach demselben Szenario sind Reptilien nicht nur die Vorfahren der Vögel, sondern auch der Säugetiere. Doch zwischen diesen beiden Klassen gibt es große Unterschiede. Säugetiere sind Warmblüter, sie erzeugen ihre Körperwärme selbst und halten sie auf einem konstanten Niveau, sie sind lebend gebärend, sie säugen ihre Jungen und ihre Körper sind mit Fell oder Haaren bedeckt. Reptilien sind dagegen Kaltblüter, ihre Körpertemperatur passt sich der ihrer Umgebung an, sie legen Eier, sie säugen ihre Jungen nicht, und ihre Körper sind mit Schuppen bedeckt.

Wie soll ein Reptil bei all diesen Unterschieden angefangen haben, seine Körperwärme zu erzeugen, woher soll der notwendige Perspirationsmechanismus gekommen sein, die Temperatur konstant zu halten? Ist es möglich, dass es seine Schuppen durch Fell oder Haare ersetzte und anfing, Milch zu geben? Wenn die Evolutionstheorie die Herkunft der Säugetiere erklären will, muss sie zunächst einmal wissenschaftliche Antworten auf diese Fragen geben.

Doch wenn wir uns evolutionistische Quellen anschauen, finden wir entweder imaginäre und unwissenschaftliche Szenarien oder tiefes Schweigen. Eines dieser Szenarien läuft folgendermaßen:

Einige Reptilienarten, die in kälteren Regionen lebten, begannen eine Methode anzuwenden, ihre Körper warm zu halten. Ihre Schuppen wurden kleiner und spitzer und verwandelten sich in ein Fell. Auch die Fähigkeit des Schwitzens war eine Anpassung, die erfolgte, um die Körpertemperatur regeln zu können, ein Mechanismus, den Körper zu kühlen, wenn nötig durch Verdunstung von Wasser. Zufällig begannen nun einige Junge dieser Tiere den Schweiß der Mutter zwecks Nahrungsaufnahme abzulecken. Deswegen sonderten einige der Schweißdrüsen ein immer reichhaltigeres Sekret ab, das später zu Milch wurde. So hatten diese frühen Säugetiere einen vorteilhafteren Start ins Leben.147

Das obige Zitat ist nichts als ein Hirngespinst. Ein solch phantastisches Szenario wird nicht nur von keinerlei Beweis gestützt, es ist völlig unmöglich. Es ist vollständig irrational, zu behaupten, ein Lebewesen beginne, eine so komplex aufgebaute Nahrung wie Milch zu produzieren, in dem es den Körperschweiß der Mutter ableckt.


Es gibt keinen Unterschied zwischen den dutzenden von Millionen Jahre alten Säugetierfossilien in den naturhistorischen Museen und heute lebenden Säugetieren. Auch diese Fossilien tauchen plötzlich auf, ohne dass es eine Verbindung zu vorher lebenden Arten gegeben hätte.

Der Grund, warum solche Szenarien erfunden werden, liegt in den immens großen Unterschieden zwischen Reptilien und Säugetieren. Ein Beispiel für die strukturellen Barrieren zwischen Reptilien und Säugetieren ist ihre Kieferanatomie. Säugetierkiefer haben einen Unterkiefer, der nur aus einem einzigen Knochen besteht, der die Zähne trägt. Reptilien dagegen haben drei kleine Unterkieferknochen auf jeder Seite des Unterkiefers. Ein weiterer grundsätzlicher Unterschied besteht darin, dass alle Säuger drei Mittelohrknochen aufweisen, nämlich Hammer, Amboss und Steigbügel. Reptilien haben nur einen einzigen Knochen im Mittelohr. Evolutionisten behaupten, Reptilkiefer und Reptilmittelohr hätten sich schrittweise zum Säugetierkiefer und Säugetierohr entwickelt. Die Frage, wie sich ein Ohr mit einem einzigen Knochen zu einem Ohr mit drei Knochen wandeln kann, und wie der Gehörsinn während dieses Prozesses weiter funktioniert haben soll, wird nie erklärt werden können. Da überrascht es nicht weiter, dass bisher nicht ein einziges Fossil gefunden wurde, dass Reptilien und Säugetiere verbinden würde. Darum war auch der renommierte evolutionistische Wissenschaftsautor Roger Lewin gezwungen, zuzugeben: "Der Übergang zum ersten Säugetier... ist immer noch ein Rätsel."148

George Gaylord Simpson, eine der wichtigsten Autoritäten unter den Evolutionisten und einer der Begründer der Theorie des Neo-Darwinismus, kommentiert dieses verwirrende Problem der Evolutionisten wie folgt:

Das erstaunlichste Ereignis in der Geschichte des Lebens auf der Erde ist der Wechsel im Mesozoikum, der Wechsel vom Reptilienzeitalter zum Zeitalter der Säugetiere. Es ist, als ob plötzlich der Vorhang vor einer Bühne niedergegangen war, auf der sämtliche Hauptrollen von Reptilien, speziell von Sauriern in großer Zahl und verwirrender Vielfalt gespielt worden waren, um sich sofort wieder zu heben und dasselbe Bühnenbild zu zeigen, doch diesmal mit völlig neuer Besetzung, in der die Saurier überhaupt nicht mehr vorkamen, andere Reptilien nur noch als Statisten und in der alle Hauptrollen von Säugetieren gespielt wurden, auf die es in den vorhergehenden Akten kaum einen Hinweis gab.149

Als die Säugetiere ihren plötzlichen Auftritt hatten, waren sie bereits sehr verschieden voneinander. Fledermäuse, Pferde, Mäuse und Wale sind Säugetiere und sie alle tauchten in demselben geologischen Zeitalter auf. Eine evolutive Beziehung unter ihnen herstellen zu wollen, ist selbst bei ausgeprägtester Vorstellungskraft nicht möglich. Der Zoologe R. Eric Lombard kommt in einem Artikel des führenden Journals Evolution auf diesen Punkt:

Diejenigen, die nach speziellen Informationen suchen, die bei der Verfassung einer Evolutionsgeschichte für Säugetierkategorien nützlich sein könnten, werden enttäuscht sein.150

Kurz, die Herkunft der Säugetiere - wie auch die anderer Gruppen - stimmt in keiner Weise mit der Evolutionstheorie überein. George Gaylord Simpson gestand diese Tatsache schon vor vielen Jahren zu:

Dies gilt für alle 32 Ordnungen der Säugetiere... Die frühesten und primitivsten bekannten Ordnungen (von Säugetieren) haben bereits die grundlegenden Merkmale ihrer Ordnung und in keinem Fall ist ein approximativer, kontinuierlicher Übergang von einer Ordnung zur anderen bekannt. In den meisten Fällen ist der Bruch so glatt und die Kluft ist so breit, dass der Ursprung einer Ordnung spekulativ und Gegenstand vieler Diskussionen ist... Diese regelmäßige Abwesenheit von Übergangsformen beschränkt sich nicht auf Säugetiere, sondern ist ein nahezu universales Phänomen, das von Paläontologen schon lange bemerkt worden ist. Es gilt für fast alle Tierklassen, Wirbeltiere und Wirbellose... es gilt für die Klassen und für die hauptsächlichen Tierabteilungen, und wie es scheint, auch für die analogen Pflanzenkategorien.151

147 George Gamow, Martynas Ycas, Mr. Tompkins Inside Himself, The Viking Press, New York, 1967, p. 149.
148 Roger Lewin, "Bones of Mammals, Ancestors Fleshed Out," Science, vol. 212, June 26, 1981, p. 1492. (emphasis added)
149 George Gaylord Simpson, Life Before Man, Time-Life Books, New York, 1972, p. 42. (emphasis added)
150 R. Eric Lombard, "Review of Evolutionary Principles of the Mammalian Middle Ear, Gerald Fleischer," Evolution, vol. 33, December 1979, p. 1230.
151 George G., Simpson, Tempo and Mode in Evolution, Columbia University Press, New York, 1944, pp. 105, 107.

 
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