Die evolutionistische Auffassung über den Vogelflug

Wie Reptilien als an Land lebende Kreaturen jemals ans Fliegen kamen, ist ein Thema, dass für erhebliche Spekulationen unter Evolutionisten gesorgt hat. Es gibt zwei Haupttheorien. Die erste besagt, die Vorfahren der Vögel seien von den Bäumen auf den Boden hinabgestiegen. Diese Vorfahren sollen Reptilien gewesen sein, die in den Baumkronen lebten und allmählich Flügel entwickelten, weil sie ständig von Ast zu Ast sprangen. Diese Theorie ist bekannt als die Baumtheorie. Die andere, die Lauftheorie legt nahe, dass Vögel sich vom Boden aus in die Luft entwickelten.

Doch beruhen beide Theorien auf spekulativen Interpretationen, und es gibt keinerlei Beweis, der eine von ihnen unterstützen würde. Evolutionisten haben eine einfache Lösung für dieses Problem: Sie stellen sich einfach vor, die Beweise würden existieren. Professor John Ostrom, Chef der geologischen Abteilung an der Yale Universität, der die Baumtheorie vorgeschlagen hat, erklärt diese Auffassung:

Für den Vorläufer der Vögel existiert kein Beweis in Gestalt eines Fossils. Es ist ein rein hypothetischer Vor-Vogel, doch einer, der existiert haben muss.106

Doch diese Übergangsform, von der die Baumtheorie annimmt, sie "muss gelebt haben", ist nie gefunden worden. Die Lauftheorie ist noch problematischer. Ihre Grundnahme ist, die Vorderbeine einiger Reptilien hätten sich bei dem wiederholten Versuch, Insekten zu fangen, zu Flügeln entwickelt. Doch keine Erklärung wird abgegeben darüber, wie denn der Flügel, ein hochkompliziertes Organ, sich durch dieses Umherschlagen mit den Vorderbeinen gebildet haben soll.


Ein großes Problem für die Evolutionstheorie ist die nicht weiter reduzierbare Komplexität von Flügeln. Nur ein perfekt designter Flügel funktioniert, ein halb entwickelter Flügel kann nicht funktionieren. Aus diesem Grund ergibt der einzigartige, zentrale Mechanismus, nämlich der Mechanismus der "graduellen Entwicklung", der von der Evolutionstheorie behauptet wird, in diesem Zusammenhang keinen Sinn. So ist Robert Carroll gezwungen, einzugestehen:

Es ist schwierig, die Anfänge der Evolution von Federn als Elemente des Flugapparates zu erklären, weil nicht erkennbar ist, wie sie funktioniert haben könnten, bevor sie Dimensionen erreicht hatten, die wir beim Archäopteryx sehen."107

Er argumentiert dann weiter, Federn könnten sich zu Isolationszwecken entwickelt haben, doch dies erklärt nicht ihr komplexes Design, das speziell für das Fliegen perfekt ausgelegt ist.

IMAGINÄRE THEORIEN, IMAGINÄRE KREATUREN


Die erste von den Evolutionisten vorgeschlagene Theorie zur Erklärung des Ursprungs des Fliegens besagte, Reptilien hätten Flügel entwickelt in dem Versuch, Fliegen zu fangen (oben); die zweite Theorie war, dass sie sich zu Vögeln entwickelten, weil sie von Ast zu Ast sprangen (links). Es gibt jedoch weder Fossilien von Tieren, die allmählich Flügel entwickelt hätten, noch irgendeine Entdeckung, die zeigen würde, dass so etwas auch nur im Bereich des Möglichen liegt.

Wesentlich ist, dass Flügel fest mit der Brust verbunden sein müssen, und so aufgebaut sind, dass sie den Vogel nach oben ziehen können, dass er sich in alle Richtungen bewegen kann und dass er sich in der Luft halten kann. Um dies leisten zu können, müssen sie eine leichte, flexible und ausgewogene Struktur haben. Hier befindet sich die Evolutionstheorie wieder in Verlegenheit. Sie kann die Frage nicht beantworten, wie dieses fehlerlose Design als ein Ergebnis sich angesammelt habender Zufallsmutationen zustandegekommen sein soll. Genauso fehlt die Erklärung, wie die Vorderbeine eines Reptils sich durch einen genetischen Defekt (Mutation) in einen perfekten Flügel verwandelt haben sollen. Ein halb ausgebildeter Flügel kann seinem Besitzer nicht zur Flugfähigkeit verhelfen. Selbst wenn wir also annehmen, dass Mutationen zu einer leichten Veränderung des Vorderbeins geführt haben, ist es doch völlig unvernünftig anzunehmen, dass weitere Mutationen zufällig zur Entwicklung eines voll ausgebildeten Flügels beitrugen. Denn eine Mutation der Vorderbeine wird nicht automatisch einen Flügel ergeben. Sie wird zunächst einmal lediglich dazu führen, dass das betroffene Tier seine Vorderbeine verliert. Dies würde es im Vergleich zu den anderen Mitgliedern seiner Art benachteiligen. Nach den Gesetzen der Evolutionstheorie würde die natürliche Selektion diese behinderte Kreatur bald eliminieren.

Biophysikalische Forschungen haben ergeben, dass Mutationen Veränderungen sind, die sehr selten auftreten. Es ist also unmöglich, dass ein behindertes Tier Millionen Jahre auf die durch Mutationen bedingte komplette Entwicklung seiner Flügel warten könnte, insbesondere, wenn diese Mutationen im Zeitablauf schädigende Effekte haben...

106 John Ostrom, "Bird Flight: How Did It Begin?," American Scientist, January-February 1979, vol. 67, S. 47.
107 Robert L. Carroll, Patterns and Processes of Vertebrate Evolution, Cambridge University Press, 1997, S. 314.

 
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