Der Ursprung der Arten und der Fossilienbestand

Die evolutionistische Behauptung ist, dass alle Arten auf der Erde durch kleine Veränderungen aus einem gemeinsamen Vorfahren entstanden sind; die Theorie betrachtet das Leben als ein kontinuierliches Phänomen ohne vorherbestimmte oder festgelegte Kategorien. Die Beobachtung der Natur zeigt jedoch kein solches kontinuierliches Bild. Was aus der Welt des Lebens hervortritt, ist klar getrennt in gesonderte Kategorien. Robert Carroll, eine Autorität unter den Evolutionisten, gesteht diese Tatsache ein in seinem Buch Patterns and Processes of Vertebrate Evolution (Formen und Prozesse der Evolution von Wirbeltieren):

Auch wenn eine fast unbegreifliche Zahl verschiedener Arten heute die Erde bewohnt, so bilden diese doch keine kontinuierliche Vielfalt kaum unterscheidbarer Zwischenformen. Stattdessen gehören nahezu alle Arten einer relativ kleinen Gruppe klar unterscheidbarer Hauptkategorien an, von denen nur sehr wenige zwischenformähnliche Strukturen oder Lebensweisen zeigen.37

Deswegen nehmen Evolutionisten an, dass "Übergangs-Lebensformen", die Verbindungen zwischen den lebenden Organismen herstellen, in der Vergangenheit gelebt haben. Darum wird die Paläontologie, die Wissenschaft der Fossilien, als die Fundamentalwissenschaft angesehen, die Licht auf diesen Gegenstand werfen könnte. Evolution ist angeblich ein Prozess, der in der Vergangenheit stattgefunden hat, und die einzige wissenschaftliche Quelle, die uns mit Informationen über die Geschichte des Lebens versorgen kann, sind Entdeckungen von Fossilien. Der bekannte französische Paläontologe Pierre-Paul Grassé sagt dazu folgendes:

Naturforscher müssen sich daran erinnern, dass der Prozess der Evolution nur durch fossile Formen enthüllt wird... nur die Paläontologie kann ihnen den Beweis liefern für die Evolution und ihre Richtung oder Mechanismen entdecken.38


Der wichtigste Zweig der Wissenschaft, der Licht auf den Ursprung des Lebens werfen kann, ist die Paläontologie, die sich mit dem Studium von Fossilien befasst. Fossilienablagerungen, die in den vergangenen 200 Jahren intensiv untersucht wurden, ergeben ein Bild, das Darwins Theorie völlig widerspricht. Die Arten entwickelten sich nicht durch kleine, kumulative Veränderungen, sondern sie erschienen sehr plötzlich und vollständig entwickelt auf der Erde.

Damit der Bestand an Fossilienfunden Licht in diese Thematik bringen kann, werden wir die Hypothesen der Evolutionstheorie mit Fossilienfunden vergleichen müssen.

Nach der Evolutionstheorie hatte jede Art einen Vorfahren. Eine Art, die früher existierte, wurde im Lauf der Zeit zu einer anderen Art, so seien alle Arten entstanden. Nach der Theorie geschieht dieser Transformationsprozess schrittweise in Millionen von Jahren.

Wenn das der Fall wäre, dann müssten zahllose Übergangsformen in diesem immens langen Zeitraum gelebt haben, als diese Transformationen angeblich auftraten. Zum Beispiel müssten in der Vergangenheit einige "halb-Fisch-halb-Reptil"-Kreaturen gelebt haben, die sich einige Eigenschaften von Reptilien angeeignet haben müssten, zusätzlich zu denen der Fische. Oder es müssten "Reptil-Vogel-Kreaturen" existiert haben, die zusätzlich zu ihren Eigenschaften als Reptilien einige Eigenschaften von Vögeln erwarben. Evolutionisten nennen diese imaginären Kreaturen, die in der Vergangenheit gelebt haben sollen, "Übergangsformen".

Wenn solche Tiere wirklich existiert hätten, dann wären es Millionen, sogar Milliarden gewesen. Wichtiger noch, die Überreste dieser Tiere müssten im Fossilienbestand vorhanden sein. Die Zahl dieser Übergangsformen müsste größer gewesen sein, als die der heutigen Tierarten und ihre Überreste müssten auf der ganzen Welt zu finden sein. In Der Ursprung der Arten akzeptierte Darwin diese Tatsache und erklärte:

Wenn meine Theorie wahr sein sollte, dann müssen sicherlich zahllose Übergangsformen existiert haben, die all die Arten derselben Gruppe miteinander verbinden... Konsequenterweise könnte ein Beweis ihrer früheren Existenz nur unter den Fossilien gefunden werden.39

Sogar Darwin selbst war sich des Fehlens solcher Übergangsformen bewusst. Er hoffte, sie würden zukünftig gefunden werden. Trotz seines Optimismus' erkannte er, dass diese fehlenden Übergangsformen der größte Stolperstein für seine Theorie waren. Er schrieb daher im Kapitel "Probleme der Theorie" in Der Ursprung der Arten folgendes:

Wenn Arten aus anderen Arten durch unmerkbar kleine Abstufungen entstanden sind, warum sehen wir nicht überall unzählige Übergangsformen? Warum bietet nicht die ganze Natur ein Gewirr von Formen dar, statt dass die Arten, wie sie sich uns zeigen, wohl begrenzt sind?... Da nun aber doch dieser Theorie zufolge zahllose Übergangsformen existiert haben müssen, warum finden wir sie nicht in unendlicher Menge in den Schichten der Erdrinde eingebettet?... Aber warum finden wir in den Zwischenbereichen, wo doch die äußeren Lebensbedingungen einen Übergang von denen des einen in die des andern Bezirkes bilden, nicht jetzt noch nahe verwandte Übergangsvarietäten? Diese Schwierigkeit hat mir lange Zeit viel Kopfzerbrechen verursacht...40

Die einzige Erklärung, die Darwin gegen diesen Einwand vorbringen konnte, war das Argument, dass der bisher entdeckte Fossilienbestand nicht ausreiche. Er bemerkte dazu weiter, wenn der Fossilienbestand detailliert untersucht würde, werde man die "Missing Links" finden.

37 Robert L. Carroll, Patterns and Processes of Vertebrate Evolution, Cambridge University Press, 1997, S. 9.
38 Pierre Grassé, Evolution of Living Organisms, Academic Press, New York, 1977, S. 822.
39 Charles Darwin, The Origin of Species: A Facsimile of the First Edition, Harvard University Press, 1964, S. 179.
40 Charles Darwin, The Origin of Species by Means of Natural Selection, The Modern Library, New York, S. 124-125. (Hervorhebung wurde hinzugefügt).

 
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