Geständnisse über die Mikroevolution

Wie wir gesehen haben, können Variationen nicht für den "Ursprung der Arten" gesorgt haben, wie Darwin glaubte. Aus diesem Grund waren die Biologen, die die Evolutionstheorie für richtig hielten, gezwungen, zwischen Variationen innerhalb der Arten und der Entstehung neuer Arten zu unterscheiden, und für diese beiden Phänomene zwei unterschiedliche Konzepte vorzuschlagen. Die Vielfalt innerhalb einer Art - Variation also - nannten sie "Mikroevolution", die Hypothese der Entwicklung neuer Arten wurde als "Makroevolution" bezeichnet.

Diese beiden Konzepte finden sich nun schon seit langer Zeit in den Biologiebüchern. Doch in Wahrheit findet hier eine Irreführung statt, weil die angeführten Beispiele für "Mikroevolution" mit der Evolutionstheorie nichts zu tun haben. Die Evolutionstheorie behauptet, dass Lebewesen sich entwickeln und neue genetische Informationen durch Mutation und natürliche Selektion erlangen. Doch wie wir gerade gesehen haben, können Variationen niemals neue genetische Informationen generieren und daher können sie auch keine "Evolution" bewirken. Variationen den Namen "Mikroevolution" zu geben, ist in Wahrheit nichts als ein aus ideologischen Gründen erfolgte Schachzug der Evolutionsanhänger unter den Biologen.


Finkenschnäbel, die Darwin auf den Galapagos Inseln sah, hielt er für einen Beweis seiner Theorie, doch tatsächlich sind sie ein Beispiel für genetische Variation und nicht etwa für Makroevolution.

Der Eindruck, den solche Biologen hervorrufen, wenn sie den Ausdruck "Mikroevolution" benutzen, ist die falsche Logik, dass Variationen neue Lebensformen hervorbringen können, und viele Menschen, die über das Thema nicht bereits gut informiert sind, kommen auf die Idee, dass "bei häufigem Auftreten, Mikroevolution zu Makroevolution werden kann". Beispiele solchen Denkens sind oft zu beobachten. Einige Amateurevolutionisten führen Beispiele an wie das folgende: Dass die Durchschnittsgröße des Menschen in nur einem Jahrhundert um 2 Zentimeter angewachsen ist, bedeutet, dass über Millionen Jahre hinweg jede Art Evolution möglich ist. Doch wie oben gezeigt wurde, geschehen alle Variationen, wie die Änderung der Durchschnittsgröße innerhalb spezifischer genetischer Grenzen, und dies sind nur Trends, die mit Evolution nichts zu tun haben.

Tatsächlich akzeptieren heutzutage selbst evolutionistische Experten, dass die Variationen, die sie Mikroevolution nennen, nicht zu neuen Lebensformen führen können, nicht zur Makroevolution also. In einem 1996 erschienenen Artikel des führenden Journals Developmental Biology (Entwicklungsbiologie) erklärten die Biologen, S.F. Gilbert, J.M. Opitz und R.A. Raff das Thema so:

Die moderne Synthese ist eine bemerkenswerte Errungenschaft. Doch in den 70 Jahren des vergangenen Jahrhunderts begannen viele Biologen zu fragen, ob sie als Methode für die Erklärung der Evolution herangezogen werden kann. Genetik mag adäquat sein um Mikroevolution zu erklären, doch mikroevolutionäre Veränderungen der Genreihenfolge erwiesen sich nicht als fähig, ein Reptil in ein Säugetier zu verwandeln oder aus einem Fisch eine Amphibie zu machen. Die Mikroevolution sorgt für Anpassungen, die lediglich für das Überleben des Stärkeren sorgen, nicht aber für das auf die Welt kommen des Stärkeren. Wie Goodwin (1995) ausführt. "Der Ursprung der Arten - Darwins Hauptproblem - bleibt ungeklärt".34

Die Tatsache, dass Mikroevolution nicht zu Makroevolution führen kann, dass also Variationen den Ursprung der Arten nicht erklären können, ist auch von anderen Biologen akzeptiert worden. Der bekannte Autor und Wissenschaftsexperte Roger Lewin beschreibt das Ergebnis eines im November 1980 im Chicagoer Museum für Naturgeschichte abgehaltenen viertägigen Symposiums, an dem 150 Vertreter der Evolutionstheorie teilgenommen hatten:

Die zentrale Frage auf der Chicagoer Konferenz war, ob die Mechanismen, die der Mikroevolution zugrunde liegen, extrapoliert werden könnten, um das Phänomen der Makroevolution zu erklären... Die Antwort kann gegeben werden als ein klares "Nein".35

Wir können die Situation so zusammenfassen: Variationen, die der Darwinismus für mehr als 100 Jahre als Beweis für die Evolution angesehen hat, haben mit dem "Ursprung der Arten" in Wahrheit nichts zu tun. Kühe können Millionen Jahre lang gekreuzt werden, und es werden wohl verschiedene Rassen von Kühen entstehen. Doch Kühe können sich niemals in eine andere Art verwandeln, in Giraffen oder Elefanten zum Beispiel. Genauso sind die verschiedenen Finken, die Darwin auf den Galapagos-Inseln sah, ein anderes Beispiel für Variation, aber kein Beweis für Evolution. Jüngste Beobachtungen haben gezeigt, dass die Variationsfähigkeit der Finken nicht unbegrenzt ist, wie Darwins Theorie voraussetzte. Außerdem paarten sich die meisten verschiedenen Finken miteinander, von denen Darwin dachte, dass sie 14 unterschiedliche Arten repräsentierten, was bedeutet, dass es Variationen waren, die derselben Art angehörten. Wissenschaftliche Beobachtungen zeigen, dass die Finkenschnäbel, die in nahezu allen evolutionistischen Quellen mystifiziert worden sind, tatsächlich Beispiele für Variationen sind. Peter und Rosemarie Grant, die Jahre mit der Beobachtung der Vielfalt der Finken auf den Galapagos-Inseln verbrachten, waren gezwungen, zu dem Schluss zu kommen, dass "die Größe der Population unter dem Einfluss der natürlichen Selektion schwankt", eine Tatsache, die darauf hinweist, dass keine Evolution, die zum Auftauchen neuer Eigenschaften führt, jemals dort stattfindet.36

Aus diesen Gründen sind Evolutionisten noch immer unfähig, Darwins Problem des Ursprungs der Arten zu lösen.

34 Scott Gilbert, John Opitz und Rudolf Raff, "Resynthesizing Evolutionary and Developmental Biology", Developmental Biology, 173, Article Nr. 0032, 1996, S. 361. (Hervorhebung wurde hinzugefügt).
35 R. Lewin, "Evolutionary Theory Under Fire", Science, Band 210, 21. November, 1980, S. 883.
36 H. Lisle Gibbs und Peter R. Grant, "Oscillating selection on Darwin's finches", Nature, 327, 1987, S. 513; Für detailliertere Informationen siehe Jonathan Wells, Icons of Evolution, 2000, S. 159-175.

 
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