Das genetische und embryologische Patt der Homologie

Die Entdeckung die das Argument der Homologie endgültig beiseite fegte, war die Tatsache, dass als homologisch kategorisierte Organe fast sämtlich von ganz verschiedenen Genen gesteuert werden. Nach der Evolutionstheorie entwickeln sich die Lebewesen durch Mutationen, kleine, zufällige Veränderungen ihrer Gene. Demnach müssten die Genstrukturen von Lebewesen, die als nah verwandt angesehen werden, einander ähnlich sein. Insbesondere sollten dann ähnliche Organe durch ähnliche Gene gesteuert werden. Genforscher haben jedoch Zusammenhänge herausgefunden, die dieser These der Evolutionstheorie vollständig widersprechen.

Ähnliche Organe werden gewöhnlich durch völlig verschiedene genetische Codes gesteuert. Zudem sind ähnliche genetische Codierungen oftmals ganz verschiedenen Organen zugeordnet. Das Kapitel "Das Versagen der Homologie" in Michael Denton's Buch, Evolution: A Theory in Crisis, liefert mehrere Beispiele dazu und fasst das Problem wie folgt zusammen:

Homologe Strukturen sind oft durch nicht homologe genetische Systeme bestimmt und nur selten kann das Konzept der Homologie bis in die Embryologie hinein zurückverfolgt werden.285

Diese Frage bezüglich der Genetik wird auch von dem bekannten evolutionistischen Biologen Gavin de Beer behandelt. In seinem Buch Homology: An Unsolved Problem (Homologie: Ein ungelöstes Problem), veröffentlicht 1971, analysiert er das Problem weitgehend und fasst zusammen, warum Homologie der Evolutionstheorie Probleme bereitet:

Welcher Mechanismus kann es sein, der homologe Organe produziert, dieselben "Muster", obwohl sie nicht von denselben Genen gesteuert werden? Diese Frage habe ich schon 1938 gestellt, sie ist bis heute nicht beantwortet.286

Obwohl mehr als 30 Jahre vergangen sind, dass de Beer diese Worte schrieb, ist die Situation noch dieselbe, noch immer gibt es keine Antwort.

Ein dritter Punkt, der die Homologie These unterminiert, ist die embryologische Entwicklung. Damit man die Homologie-These ernst nehmen könnte, müssten die embryologischen Entwicklungsstadien ähnlicher Organe gleichartig verlaufen, sie sind jedoch bei jedem Lebewesen ganz unterschiedlich. Pere Alberch, ein berühmter Entwicklungsbiologe, bemerkte dazu, "Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass sich homologe Strukturen aus völlig unähnlichen Stadien entwickeln."287 Das Auftauchen ähnlicher Strukturen als Ergebnis völlig unähnlicher Prozesse kann häufig in den späteren Phasen der Entwicklung beobachtet werden. Viele Tierarten durchlaufen ein Stadium der "indirekten Entwicklung" (Larvenstadium), während ihres Heranwachsens. Zum Beispiel beginnen die meisten Frösche ihr Leben als Kaulquappe und werden erst im letzten Stadium ihrer Metamorphose zu vierbeinigen Tieren. Manche Froscharten aber überspringen das Larven-Stadium und entwickeln sich unmittelbar weiter. Die ausgewachsenen Tiere der meisten sich direkt entwickelnden Froscharten sind jedoch nicht zu unterscheiden von denen, die das Kaulquappenstadium durchmachen. Dasselbe Phänomen findet sich bei Wasserkastanien und ähnlichen Arten.288

Man kann sagen, dass genetische und embryologische Forschungen bewiesen haben, dass das von Darwin entwickelte Konzept der Homologie als "Beweis der Evolution der Lebewesen aus einem gemeinsamen Vorfahren", auf gar keinen Fall als beweiskräftig angesehen werden kann. Die Widersprüche des Homologiekonzepts, das oberflächlich betrachtet sehr überzeugend aussieht, treten bei näherer Betrachtung zutage.

285 Michael Denton, Evolution: A Theory in Crisis, Burnett Books, London, 1985, S. 145.
286 Gavin De Beer, Homology: An Unsolved Problem, Oxford University Press, London, 1971, S. 16.
287 Pere Alberch, "Problems with the Interpretation of Developmental Sequences," Systematic Zoology, 1985, vol. 34 (1), S. 46-58.
288 Raff, Rudolf A., The Shape of Life: Genes, Development, and the Evolution of Animal Form, The University of Chicago Press, Chicago, 1996.

 
Diese Webseite basiert auf das Buch 'DER WIDERLEGTE DARWINISMUS' von HARUN YAHYA.
Š Copyright by 2005 Harun Yahya International. Alle Materialien dieser Webseite können frei kopiert, gedruckt, veröffentlicht und verteilt werden, unter der Bedingung, dass die Quelle 'Harun Yahya' angegeben wird.