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Millers Experiment sollte beweisen, dass sich in der frühen
Erdatmosphäre von selbst Aminosäuren bilden konnten, doch
es enthält unter mehreren Aspekten methodische Fehler:
1- Die Benutzung einer "Kältefalle": Sobald die Aminosäuren
sich gebildet hatten, isolierte Miller sie von ihrer ursprünglichen
Umgebung. Hätte er dies nicht getan, wären die Aminosäuremoleküle
von derselben Umgebung, in der sie sich gerade erst gebildet
hatten, sofort wieder zerstört worden.
Natürlich hat ein solcher Isolationsmechanismus
auf der urzeitlichen Erde nicht existiert. Der Chemiker Richard
Bliss weist auf diesen Umstand hin: "Tatsächlich wären die
chemischen Substanzen ohne diese Falle durch die Energiequelle
zerstört worden."254
Bei seinen vorhergehenden Experimenten war es Miller nicht
gelungen, mit denselben Hilfsmitteln, aber ohne die Kältefalle
auch nur eine einzige Aminosäure herzustellen.
2- Die Zusammensetzung der von Miller simulierten frühen
Erdatmosphäre war unrealistisch. In den 1980er Jahren waren
sich Wissenschaftler einig, dass man für
die künstliche Umgebung Stickstoff und Kohlendioxid hätte
benutzen müssen, anstatt Methan und Ammoniak.
Warum hatte Miller dann diese Gase benutzt? Die Antwort ist
simpel: Ohne Ammoniak wäre die Erzeugung einer Aminosäure
überhaupt nicht möglich gewesen. Kevin Mc Kean schreibt darüber
in einem Artikel des Magazin Discover:
Miller und Urey imitierten die Uratmosphäre
der Erde mit einer Mischung aus Methan und Ammoniak. Neueste
Studien haben jedoch erwiesen, dass die Erde in damaliger
Zeit sehr heiß gewesen sein muss und aus geschmolzenem Nickel
und Eisen bestand.
Daher muss die Atmosphäre damals hauptsächlich aus Stickstoff
(N) Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf (H2O)
bestanden haben. Diese Gase eignen sich jedoch nicht zur
Erzeugung organischer Moleküle.255
Die amerikanischen Wissenschaftler J. P.
Ferris und C. T. Chen wiederholten das Miller Experiment unter
einer solchen Atmosphäre und erhielten nicht ein einziges
Aminosäuremolekül.256
3- Ein weiterer Punkt, der Millers Experiment
entwertet, ist die Tatsache, dass die
damalige Erdatmosphäre genug Sauerstoff enthielt, alle Aminosäuren
sofort zu zerstören, unmittelbar nachdem sie entstanden
waren. Dieser von Miller übersehene Fakt zeigt sich an Spuren
oxidierten Eisens in auf 3.5 Milliarden Jahre geschätzten
Felsen.257

Die künstliche Atmosphäre,
die von Miller in seinem Experiment geschaffen wurde,
hatte nicht die geringste Ähnlichkeit mit der primitiven
Uratmosphäre der Erde. |
Es gibt weitere Funde, die darauf hinweisen, dass der Sauerstoffgehalt
der frühen Erdatmosphäre weitaus höher war, als von Evolutionisten
eingeschätzt wurde. Auch haben Studien gezeigt, dass die UV-Strahlenbelastung
der Erde damals 10000 mal höher war, als von Evolutionisten
angenommen. Diese intensive Strahlung würde unweigerlich durch
Zerlegung des Wasserdampfs und des Kohlendioxids Sauerstoff
in der Atmosphäre freigesetzt haben.
Diese Erkenntnisse machen das Miller Experiment, das den
Sauerstoff gänzlich außer Acht ließ, vollständig bedeutungslos.
Wäre das Experiment unter Einbeziehung von Sauerstoff abgelaufen,
hätte sich Methan in Kohlendioxid und Wasser aufgespalten
und der Ammoniak in Stickstoff und Wasser. Andererseits gäbe
es in einer Umgebung ohne Sauerstoff keine die UV-Strahlung
filternde Ozonschicht in der oberen Atmosphäre, infolgedessen
wären die angenommenen Aminosäuren sofort nach ihrer Entstehung
durch die extreme UV-Strahlung zerstört worden. Anders ausgedrückt:
Mit oder ohne Sauerstoff in einer urzeitlichen Welt, Aminosäuren
hätten in jedem Fall eine für sie "tödliche" Umgebung vorgefunden.
4- Beim Miller Experiment waren neben den Aminosäuren auch
viele andere Säuren mit Eigenschaften entstanden, die für
jede lebende Struktur und Funktion schädlich gewesen wäre.
Wären die Aminosäuren nicht isoliert worden, sondern mit den
anderen Chemikalien in der Umgebung belassen worden, in der
sie entstanden waren, wären ihre Zerstörung oder Umformung
in andere chemische Verbindungen unausweichlich gewesen.
Das Miller Experiment hatte im übrigen rechtsdrehende
Aminosäuren erzeugt.258
Dies widerlegte die Theorie schon mit ihren eigenen Begriffen,
weil rechtsdrehende Aminosäuren beim Aufbau lebender Organismen
keine Rolle spielen. Um zum Schluss zu kommen, die Umstände,
unter denen bei Millers Experiment Aminosäuren entstanden,
waren lebensfeindlich.
Heute sieht auch Miller ein, dass
sein Experiment von 1953 weit davon entfernt war,
den Ursprung des Lebens zu erklären. |
Alle diese Fakten zeigen: Das Miller Experiment kann nicht
für sich in Anspruch nehmen, bewiesen zu haben, unter den
urzeitlichen Erdbedingungen könne Leben entstanden sein. Das
Ganze war ein sorgfältig kontrolliertes Laborexperiment, um
Aminosäuren zu synthetisieren. Die Gasmengen und -typen waren
ideal ausgewählt, damit Aminosäuren entstehen konnten. Die
dem System zugeführte Energiemenge war weder zu groß noch
zu klein, sondern genau so bemessen, dass die erforderlichen
Reaktionen ablaufen konnten. Die gesamte Apparatur war isoliert,
damit keine andere chemische Substanz eindringen konnte, die
die Bildung der Aminosäuren hätte behindern können. Keine
Elemente, Mineralien oder chemischen Verbindungen, die wahrscheinlich
in der frühen Erdatmosphäre vorhanden waren, aber den Versuchsablauf
verändert hätten, waren in das Experiment einbezogen. Sauerstoff,
der durch Oxidation die Bildung von Aminosäuren verhindert
hätte, ist nur eines dieser zerstörerischen Elemente. Doch
selbst unter diesen idealen Laborbedingungen wären die entstandenen
Aminosäuren ohne die "Kältefalle" zerstört worden.
Miller der hatte beweisen wollen, dass das Leben ein Ergebnis
zufällig auftretender Ereignisse sei, bewies mit seinem Experiment
eigentlich genau das Gegenteil, nämlich, dass Aminosäuren
nur in einer kontrollierten Umgebung erzeugt werden können,
in der alle relevanten Bedingungen explizit durch bewusste
Intervention determiniert sind.
Heutzutage findet dass Miller Experiment
auch unter evolutionistischen Wissenschaftlern keine Beachtung
mehr. In der Februar- Ausgabe von 1998 des evolutionistischen
Wissenschaftsmagazins Earth (Erde) enthielt ein Artikel mit
der Überschrift "Life's Crucible" (Schmelztiegel des Lebens)
folgenden Absatz: Heute sind Geologen der Auffassung, die
frühe Atmosphäre habe sich weitgehend aus Kohlendioxid und
Stickstoff zusammengesetzt, Gase die weniger reaktionsfreudig
sind, als die in dem Experiment von 1953 benutzten. Doch selbst
wenn Millers Atmosphäre existiert hätte, wie schaffen es einfache
Moleküle wie die Aminosäuren, die erforderlichen chemischen
Prozesse zu durchlaufen, die sie erst in kompliziertere chemische
Verbindungen verwandeln, in Polymere wie die Proteine? Miller
selbst breitet hilflos die Arme aus bei diesem Teil
des Puzzles. "Es ist ein Problem," seufzt
er verzweifelt. "Wie macht man Polymere?" Das ist nicht
so einfach."259
Heute hat Miller also selbst eingesehen, dass sein Experiment
nicht zur Erklärung des Ursprungs des Lebens führt. In der
März-Ausgabe des National Geographic des Jahres 1998
finden wir in einem Artikel mit der Überschrift "The Emergence
of Life on Earth" (Das Auftauchen des Lebens auf der Erde),
folgenden Kommentar:
Nun haben viele Wissenschaftler den Verdacht,
dass die Erdatmosphäre doch anders aussah, als von Miller
zunächst angenommen. Sie glauben, dass sie eher aus Kohlendioxid
und Stickstoff bestand, als aus Wasserstoff, Methan und
Ammoniak.
Das sind schlechte Nachrichten für Chemiker. Wenn sie Kohlendioxid
und Stickstoff miteinander reagieren lassen, erhalten sie
einige dürftige organische Moleküle, vergleichbar einem
Nahrungskrümel in einem Swimmingpool. Wissenschaftler können
sich nur schwer vorstellen, dass das Leben aus einer so
dünnen Suppe entstanden sein soll.260
Kurz, weder das Miller Experiment, noch irgendein ähnliches,
das durchgeführt worden ist, konnte die Frage, wie das Leben
auf der Erde entstanden ist, beantworten. Alle bisher investierten
Forschungen zeigen, dass Leben unmöglich durch Zufall entstehen
kann und bestätigen dadurch indirekt, dass das Leben erschaffen
worden ist. Evolutionisten können diese offensichtliche Realität
nicht akzeptieren, weil sie blind an ihren völlig unwissenschaftlichen
Vorurteilen festhalten. Interessanterweise stellte Harold
Urey, der seinerzeit das Experiment mit seinem Studenten Stanley
Miller organisierte, folgendes dazu fest:
Alle von uns, die wir herausfinden wollen,
was der Ursprung des Lebens ist, merken, je
mehr wir uns in das Problem vertiefen, umso größer wird
unser Gefühl, dass es zu komplex ist, um sich irgendwo entwickelt
zu haben. Wir alle glauben wie an einen Glaubenssatz
daran, dass das Leben auf diesem Planten aus toter Materie
entstanden ist. Seine Komplexität ist jedoch so groß, dass
es uns schwer fällt uns vorzustellen, dass es tatsächlich
so war.261
  
254
Richard B. Bliss, Gary E. Parker, Duane T. Gish, Origin of
Life, C.L.P. Publications, 3rd ed., California, 1990, S. 14-15.
255 Kevin Mc Kean, Bilim ve Teknik (Science
and Technology), no. 189, S. 7.
256 J. P. Ferris, C. T. Chen, "Photochemistry
of Methane, Nitrogen, and Water Mixture As a Model for the
Atmosphere of the Primitive Earth," Journal of American
Chemical Society, vol. 97:11, 1975, S. 2964.
257 "New Evidence on Evolution of
Early Atmosphere and Life," Bulletin of the American
Meteorological Society, vol. 63, November 1982, S. 1328-1330.
258 Richard B. Bliss & Gary E. Parker,
Duane T. Gish, Origin of Life, C.L.P. Publications, 3. Ausgabe,
Kalifornien, 1990, S. 16.
259 "Life's Crucible," Earth,
February 1998, S. 34. (Hervorhebung wurde hinzugefügt)
260 "The Rise of Life on Earth,"
National Geographic, März 1998, S. 68. (Hervorhebung
wurde hinzugefügt)
261 W. R. Bird, The Origin of Species
Revisited, Thomas Nelson Co., Nashville, 1991, S. 325.(Hervorhebung
wurde hinzugefügt)
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