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Jemand der glaubt, eine Zelle könne zufällig zu existieren
beginnen, wird durch nichts abzuhalten sein, auch folgende
ähnliche Geschichte zu glauben. Es ist die Entstehungsgeschichte
einer Stadt.
Eines Tages wird ein auf ödem Land zwischen zwei Felsbrocken
eingeklemmter Lehmklumpen durch Regen nass. Der nasse Lehm
trocknet, härtet, als die Sonne aufsteigt und nimmt eine feste,
widerstandsfähige Form an. Danach zerfallen die Felsen, die
als Form gedient hatten, aus irgendeinem Grund, und es erscheint
ein ordentlicher, wohlgeformter, starker Tonziegel. Nun wartet
dieser Ziegel jahrelang darauf, dass ein weiterer Ziegel auf
die gleiche Weise entsteht. Dies setzt sich nun fort, bis
an diesem Ort hunderte und Tausende von Ziegeln entstanden
sind. Keiner der schon entstandenen Ziegel jedoch wird in
dieser ganzen Zeit beschädigt. Obwohl sie über tausende Jahre
hinweg Stürmen, Regen, brennender Sonne und klirrendem Frost
ausgesetzt sind, bekommen die Ziegel keine Risse, platzen
nicht und werden nicht weggespült, sondern bleiben an derselben
Stelle liegen. Wenn die Anzahl der Ziegel ausreicht, beginnen
sie, ein Gebäude zu errichten, indem sie sich Seite an Seite
und aufeinander schichten, dies geschieht durch natürliche
Ereignisse wie Stürme und Tornados. Inzwischen bilden sich
in perfektem Timing andere Materialien wie Zement oder Mörtel
unter natürlichen Bedingungen und kriechen zwischen die Ziegel,
um sie zusammen zu halten. Während all das geschieht, formt
sich unter der Erde Eisenerz und legt die Fundamente für das
Gebäude, dass aus den Ziegelsteinen gebaut werden wird. Am
Ende dieses Prozesses steht ein komplettes, intaktes Haus,
mit all seinen Materialien, all der Zimmermannsarbeit und
mit allen funktionierenden Installationen.
Nun besteht ein Gebäude nicht nur aus Fundamenten, Ziegeln
und Zement. Wo kommen also die anderen benötigten Materialien
her? Die Antwort ist einfach: Alle Materialien, die für die
Konstruktion gebraucht werden, stecken in der Erde, auf der
sie errichtet wird. Silikon für das Glas, Kupfer für die elektrischen
Leitungen, Eisen für die Stützpfeiler, Holzbalken, Wasserrohre
etc., alles liefert die Erde in reichlichen Mengen. Es braucht
nur die Geschicklichkeit der natürlichen Bedingungen, diese
Materialien zu formen und an der richtigen Stelle des Gebäudes
zu positionieren. Sämtliche Installationen, alles Holzhandwerk,
sämtliches sonstige Zubehör, alles findet seinen Platz innerhalb
der Ziegel mit Hilfe von Wind, Regen und Erdbeben. Alles ist
so perfekt abgelaufen, dass sich die Ziegel unter Freilassung
der notwendigen Fensteröffnungen arrangiert haben, als hätten
sie gewusst, sich später unter natürlichen Bedingungen etwas
wie Glas formen würde, dass die Öffnungen ausfüllt. Sie haben
auch nicht vergessen, Platz zu lassen für die Installation
von Wasserleitungs-, Elektrik- und Heizsystemen, die auch
erst später durch Zufall entstehen. Alles ist so gut gegangen,
dass Zufall und die natürlichen Bedingungen ein perfektes
Design geliefert haben.
Wenn sie es fertig gebracht haben, diese Geschichte bis hierhin
zu glauben, dann werden sie keine Probleme haben, sich vorzustellen,
wie die anderen Gebäude dieser Stadt, ihre Grünanlagen, ihre
Infrastruktur mit Schnellstrassen, Gehwegen und Kommunikations-
und Transportsystemen entstanden sind. Wenn sie technische
Kenntnisse besitzen und auf dem Gebiet bewandert sind, können
sie sogar ein hochkarätiges, mehrbändiges "wissenschaftliches"
Werk schreiben und ihre Theorien darlegen, zum Beispiel: "Der
Evolutionsprozess von Abwassersystemen und ihre Anpassung
an gegebene Strukturen." Sie könnten sehr wohl für ihre klugen
Studien mit akademischen Preisen geehrt werden und sich selbst
für ein Genie halten, das ein wenig mehr Licht ins Dunkel
der menschlichen Natur gebracht hat.
Die Evolutionstheorie, die behauptet, das Leben sei durch
Zufall entstanden, ist nicht weniger absurd als diese Geschichte,
denn mit all ihren funktionalen Systemen der Kommunikation,
des Transports und des Managements ist eine lebende Zelle
nicht weniger komplex als eine Stadt. In seinem Buch Evolution:
A Theory in Crisis (Evolution: Eine Theorie in der
Krise) beschreibt der Molekularbiologe Michael Denton die
komplexe Struktur der Zelle:
Um etwas von der Realität des Lebens zu
erfassen, wie sie von der Molekularbiologie enthüllt worden
ist, müssen wir eine Zelle eine Milliarde mal vergrößern,
bis sie 20 Kilometer Durchmesser hat und einem gigantischen
Luftschiff ähnelt, groß genug, eine große Stadt wie London
oder New York zu überschatten. Was wir dann sehen würden,
ist ein Objekt unvergleichlicher Komplexität und anpassungsfähigem
Design. An der Oberfläche der Zelle sähen wir Millionen
Öffnungen, wie die Ladeluken eines riesigen Raumschiffs,
die sich ständig öffnen und schließen, um einen kontinuierlichen
Materialfluss hinein und heraus zu lassen. Wenn wir selbst
durch eine dieser Öffnungen einträten, wären wir in einer
Welt allerhöchster Technologie und von verwirrender Komplexität...
Ist es wirklich glaubwürdig, dass zufällige Prozesse eine
Wirklichkeit konstruiert haben können, deren kleinstes Element
- ein funktionierendes Protein oder Gen - bereits vollständig
außerhalb unserer kreativen Fähigkeiten liegt, eine Wirklichkeit,
die genau die Antithese zum Zufall darstellt und die in
jeder Hinsicht alles durch menschliche Intelligenz geschaffene
bei weitem übertrifft?237
  
237 Michael
Denton, Evolution: A Theory in Crisis, Burnett Books, London,1985,
S. 328, 342.
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