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In England trat 1912 der
bekannte Arzt und Amateur-Paläoanthropologe Charles Dawson
mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, er habe in einer
Grube in Piltdown einen Kieferknochen und ein Schädelfragment
gefunden. Der Kieferknochen war affenartig, Schädel und Zähne
menschlich. Das neue Wesen wurde flugs "Piltdown Mensch" genannt.
Angeblich 500000 Jahre alt, wurden die Fragmente als absolut
schlüssiger Beweis der menschlichen Evolution in mehreren
Museen gezeigt. Über 40 Jahre lang schrieb man Artikel über
den "Piltdown Menschen", es wurde endlos interpretiert und
gezeichnet. Nicht weniger als 500 Dissertationen wurden über
ihn geschrieben.232
Als der führende amerikanische Paläontologe Henry Fairfield
Osborn 1921 das britische Museum besuchte, ließ er verlauten:
"Wir müssen wieder und wieder daran erinnert werden, dass
die Natur voller Paradoxien ist" und proklamierte den "Piltdown
Menschen" als "die alles überragende Entdeckung in der Frühgeschichte
des Menschen".233
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40 Jahre lang wurde der Piltdown
Mensch als der Beweis für die Evolution schlechthin
präsentiert. Evolutionistische Fossilienexperten behaupteten,
sie hätten an dem Schädel eine Fülle von Übergangsformen
festgestellt. Erst sehr viel später kam heraus, dass
das Fossil eine Fälschung war. |
1949 führte Kenneth Oakley von der paläontologischen Abteilung
des Britischen Museums einen Fluor-Test - eine neue Methode
zur Altersbestimmung - am Fossil des "Piltdown Menschen" durch.
Das Ergebnis war erstaunlich. Es stellte sich heraus, dass
der Kieferknochen des "Piltdown Menschen" nicht die geringste
Spur von Fluor enthielt, was bedeutete, dass er nicht länger
als einige Jahre in der Erde gelegen hatte. Der Schädel, der
einen geringen Fluoranteil hatte, erwies sich als nur ein
paar tausend Jahre alt.
Nun fand man heraus, dass die Zähne des
Kieferknochens, der einem Orang-Utan gehört hatte, künstlich
abgenutzt worden waren und dass die "primitiven Werkzeuge",
die zusammen mit dem Fossil entdeckt worden waren, Imitate
waren, die man mit Stahlwerkzeugen geschärft hatte. Die detaillierte
Analyse von Joseph Weiner wurde 1953 veröffentlicht. Der
Schädel gehörte einem vor 500 Jahren gestorbenen Mann und
der Kieferknochen einem erst kürzlich gestorbenen Affen!
Die Zähne waren besonders zugerichtet worden damit sie in
den Kiefer passten, und die Oberflächen der Backenzähne waren
abgeschliffen, damit sie als menschliche Zähne angesehen werden
konnten. Anschließend waren alle Teile mit Pothassiumdichromat
gefärbt worden, um ihnen das notwendige antike Aussehen zu
geben. Die Färbung verschwand, wenn man das Fragment in Säure
tauchte. Sir Wilfred Le Gros Clark, der zu dem Team gehörte,
das die Fälschung aufdeckte, konnte sein Erstaunen über die
Stümperhaftigkeit der Fälschung nicht verbergen: "*Die Hinweise auf das künstliche
Abschleifen sprangen sofort ins Auge. In der Tat schienen
sie so offensichtlich, dass sehr wohl gefragt werden darf,
wie es möglich war, dass sie zuvor jeder Aufmerksamkeit entgangen
waren?234
Der "Piltdown Mensch" wurde nun eilig aus dem Britischen Museum
entfernt, in dem er über 40 Jahre ausgestellt gewesen war.
  
232 Malcolm
Muggeridge, The End of Christendom, Grand Rapids, Eerdmans,
1980, S. 59.
233 Stephen Jay Gould, "Smith Woodward's
Folly," New Scientist, 5 April 1979, S. 44.
234 Stephen Jay Gould, "Smith Woodward's
Folly," New Scientist, 5 April 1979, S. 43. (Hervorhebung
wurde hinzugefügt)
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