Homo Habilis

Die große Ähnlichkeit zwischen der Schädelanatomie der Australopithecinen und Schimpansen sowie die Widerlegung der Behauptung, dass diese Kreaturen die Fähigkeit des aufrechten Gangs besessen hätten, brachten die evolutionistischen Paläontologen in große Schwierigkeiten. Denn nach dem imaginären Evolutionsschema kommt Homo erectus nach Australopithecus. Homo erectus ist eine Menschenrasse und sein Skelett ist gerade. Sein Schädelvolumen ist zweimal so groß wie das des Australopithecus. Ein direkter Übergang vom schimpansenähnlichen Australopithecus zu Homo Erectus, dessen Skelett sich nicht von dem des modernen Menschen unterscheidet, steht außer Frage, sogar nach der Evolutionstheorie. Deswegen werden "Links", also Verbindungen gebraucht. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstand das Konzept des Homo Habilis.

Der Oberschenkelknochen KNM-ER 1472.
Der Knochen unterscheidet sich nicht von dem des modernen Menschen. Die Tatsache, dass dieses Fossil in derselben Erdschicht wie Homo Habilis Fossilien gefunden wurde, wenn auch einige Kilometer entfernt, schürte falsche Auffassungen wie die, Homo habilis sei bipedal gewesen. Das Fossil OH 62, gefunden 1987, zeigt, das Homo habilis nicht wie angenommen bipedal war. Viele Wissenschaftler sind heute der Auffassung, Homo habilis sei eine Affenart gewesen, die dem Australopithecus ähnelte.
Homo Habilis (der "geschickte, fähige Mensch") wurde in den 1960er Jahren von den Leakeys, einer Familie von "Fossiliensuchern" klassifiziert. Nach deren Beschreibung hatte Homo Habilis ein relativ großes Schädelvolumen, er konnte aufrecht gehen und benutzte Stein- und Holzwerkzeuge. Demnach konnte er der Vorfahr des Menschen gewesen sein.

In den späten 1980ern ausgegrabene neue Fossilien von Homo Habilis schlossen diese Möglichkeit jedoch aus. Forscher wie Bernard Wood und C. Loring Brace, die auf die Aussagekraft der neu gefundenen Fossilien vertrauten, schlugen vor, man sollte Homo habilis ("geschickter Mensch") eher als Australopithecus habilis ("geschickter Affe des Südens") klassifizieren, denn Homo habilis habe viele Eigenschaften mit den australopithecinensischen Affen gemein: lange Arme, kurze Beine und die Skelettanatomie eines Affen, genau wie Australopithecus. Seine Finger und Zehen waren zum Klettern ausgelegt. Der Kiefer war dem des heutigen Affen sehr ähnlich. Das durchschnittliche Schädelvolumen von 600 Kubikzentimetern weist ebenso deutlich auf seine Zugehörigkeit zu den Affen hin. Kurz gesagt, Homo habilis, der von Evolutionisten als gesonderte Art präsentiert worden war, ist in Wirklichkeit eine Affenart, wie alle anderen Australopithecinen auch.

Seit den Forschungsarbeiten von Wood und Brace haben neuere Ergebnisse gezeigt, dass Homo habilis sich tatsächlich nicht von Australopithecus unterschied. Das von Tim White gefundene Schädel- und Skelettfossil OH62 zeigt, dass Homo habilis ein kleines Schädelvolumen hatte, sowie lange Arme und kurze Beine, die ihm ermöglichten, auf Bäume zu klettern, wie es moderne Affen tun.

Die 1994 durchgeführte detaillierte Analyse der amerikanischen Anthropologin Holly Smith weist darauf hin, dass Homo habilis nicht Homo, Mensch war sondern nahezu eindeutig Affe. Über ihre Analysen der Zähne von Australopithecus, Homo habilis, Homo erectus und Homo neanderthalensis sagt sie folgendes:

Die Zuordnung von Fossilienanalysen zu Arten, die die entsprechenden Übereinstimmungen aufweisen, zeigen, dass die Muster der Zahnentwicklung bei Australopithecinen und Homo habilis der Klasse der afrikanischen Affen zuzuordnen sind, während die von Homo erectus und der Neandertaler als menschlich zu klassifizieren sind.189

Im gleichen Jahr kamen Fred Spoor, Bernard Wood und Frans Zonneveld, Spezialisten auf dem Gebiet der Anatomie, unter Anwendung einer völlig anderen Methode zu demselben Schluss. Die Methode basierte auf der vergleichenden Analyse der für das Gleichgewichtsorgan notwendigen halbkreisförmigen Kanäle im Innenohr von Menschen und Affen. Spoor, Wood und Zonneveld kamen zu folgendem Ergebnis:

Unter den fossilen Hominiden ist Homo erectus die erste Art, die die morpohologischen Eigenschaften des modernen Menschen aufweist. Die Dimensionen der halbkreisförmigen Kanäle in den Schädeln aus Südafrika, die Australopithecus und Paranthropus zugeschrieben werden, erinnern an jene von heute existierenden großen Affen.190

Spoor, Wood und Zonneveld studierten Außerdem eine Homo habilis Art namens Stw 53 und fanden heraus, "dass ihnen noch weniger Bipedalität zuzuschreiben war, als den Australopithecinen." Das heißt, dass Homo habilis dem Affen ähnlicher war, als die Australopithecus Arten. So kamen sie zu der Schlussfolgerung, "dass Stw 53 nur sehr unwahrscheinlich eine Übergangsform zwischen den Morphologien von Australopithecinen und Homo erectus sein kann."191


Die Behauptung, Australopithecus und Homo habilis seien aufrecht gegangen, wurde von Fred Spoor durch Analysen des Innenohrs widerlegt. Er und sein Team verglichen die Gleichgewichtszentren der Innenohren und zeigten, dass beide sich in ähnlicher Weise fort bewegten, wie heutige Affen.

Diese Entdeckung erbrachte zwei wichtige Resultate:

1. Fossilien, die man als Homo habilis kannte, gehören nicht zur Gattung Mensch, sondern zu den Affen von der Art der Australopithecinen.

2. Beide, Homo habilis und Australopithecus waren Kreaturen, die das Skelett von Affen besaßen, was bedeutet, dass sie vornübergebeugt liefen. Es gibt keinerlei Verbindung zum Menschen.

189 Holly Smith, American Journal of Physical Antropology, vol. 94, 1994, pp. 307-325. (emphasis added)
190 Fred Spoor, Bernard Wood & Frans Zonneveld, "Implications of Early Hominid Labyrinthine Morphology for Evolution of Human Bipedal Locomotion," Nature, vol 369, 23 June 1994, p. 645
191 Fred Spoor, Bernard Wood & Frans Zonneveld, "Implications of Early Hominid Labyrinthine Morphology for Evolution of Human Bipedal Locomotion," Nature, vol 369, 23 June 1994, p. 648

 
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