Ein Kampf ums Überleben?


Darwin war von Thomas Malthus beeinflusst, als er seine These vom Kampf ums Überleben entwickelte. Doch Beobachtungen und Experimente haben inzwischen gezeigt, dass Malthus unrecht hatte.
Die wesentliche Behauptung der Theorie der natürlichen Selektion sagt, es gebe einen grimmigen Überlebenskampf in der Natur, und jedes Lebewesen sorge nur für sich selbst. Die Vorstellungen Thomas Malthus', des britischen Nationalökonomen und Sozialphilosophen, übten einen wichtigen Einfluss auf Darwin aus, als dieser an seiner Theorie arbeitete. Malthus war der Auffassung, die Menschen stünden in permanentem Überlebenskampf, er begründete dies mit der Tatsache dass die Bevölkerung in geometrischer Progression wächst, also mit gleich bleibenden Wachstumsraten, die Menge der zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel dagegen nur in arithmetischer Progression, also mit gleich bleibenden absoluten Zuwächsen, aber sinkenden Wachstumsraten wächst. Deswegen wird die Bevölkerungsgröße unausweichlich limitiert durch Umweltfaktoren wie Hunger und Seuchen. Darwin übernahm Malthus' Vorstellung vom Überlebenskampf unter den Menschen für die Natur insgesamt und behauptete, natürliche Selektion sei eine Konsequenz dieses Kampfes.

Weitergehende Forschungen offenbarten jedoch, dass es keinen Kampf ums Überleben in der Natur gibt, wie ihn Darwin postuliert hatte. Nach umfassenden Forschungen an Tieren in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts kam V.C. Wynne-Edwards, ein britischer Zoologe, zu dem Schluss, dass Lebewesen ihre Populationsgröße auf eine interessante Weise regeln, die die Konkurrenz um Nahrung vermeidet. Die Zahl der Individuen einer Tierpopulation wird nicht geregelt durch die Eliminierung der Schwachen aufgrund von Seuchen oder Hunger, sondern durch instinktive Kontrollmechanismen. Tiere kontrollieren ihre Zahl also nicht durch ungezügelten Wettbewerb, wie Darwin behauptet hatte, sondern indem sie ihre Reproduktionsrate senken.8

Sogar an Pflanzen lassen sich Beispiele von Populationskontrolle zeigen, was Darwins Behauptung der Selektion durch Wettbewerb disqualifiziert. Die Beobachtungen des Botanikers A. D. Bradshaw weisen darauf hin, dass Pflanzen sich bei ihrer Vermehrung nach der "Pflanzendichte" eines Areals richten und ihre Reproduktionsrate zurückfahren, wenn ein Areal bereits dicht "besiedelt" ist.9

Auch Beispiele von Opferbereitschaft, wie sie bei Tieren wie Ameisen und Bienen beobachtet werden kann, zeigen ein Modell, das dem darwinistischen Überlebenskampf vollkommen entgegengesetzt ist.

In den vergangenen Jahren hat die Forschung sogar Selbstaufopferung bei Bakterien festgestellt. Diese Lebewesen ohne Gehirn oder Nervensystem, bar jeder Denkfähigkeit, töten sich selbst um andere Bakterien zu retten, wenn sie von Viren befallen werden.10

Diese Beispiele widerlegen die Grundannahme der natürlichen Selektion - den unbedingten Überlebenskampf. Es ist wohl wahr, dass es Wettbewerb gibt in der Natur; doch genauso gibt es klare Beispiele für Selbstaufopferung und Solidarität.

8 V. C. Wynne-Edwards, "Self Regulating Systems in Populations of Animals, Science, Band 147, 26. März 1965, S. 1543-1548; V. C. Wynne-Edwards, Evolution Through Group Selection, London, 1986.
9 A. D. Bradshaw, "Evolutionary significance of phenotypic plasticity in plants", Advances in Genetics, Band 13, S. 115-155; zitiert aus Lee Spetner, Not By Chance!: Shattering the Modern Theory of Evolution, The Judaica Press Inc., New York, 1997, S. 16-17.
10 Andy Coghlan "Suicide Squad", New Scientist, 10. Juli 1999.

 
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