Karl Marx
Die Erkenntnisse, zu denen wir bislang in diesem Buch gelangt sind, haben gezeigt, dass die Evolutionstheorie keinerlei wissenschaftliche Basis hat, sondern dass im Gegenteil die evolutionistischen Behauptungen mit den wissenschaftlichen Tatsachen kollidieren. Anders gesagt, was die Evolutionstheorie zusammenhält, ist nicht Wissenschaft. Die Theorie mag von einigen "Wissenschaftlern" hochgehalten werden, doch dahinter steht ein anderer Einfluss. Dieser Einfluss ist die materialistische Philosophie. Die Evolutionstheorie wendet einfach die materialistische Philosophie auf die Natur an, und die diese Philosophie unterstützen, tun dies trotz der vorliegenden wissenschaftlichen Gegenbeweise.

Diese Beziehung zwischen Materialismus und Evolutionstheorie wird von den "Autoritäten" dieser Konzepte akzeptiert. Zum Beispiel wurde Darwins Entdeckung von Leo Trotzki als den "größten Triumph der Dialektik in dem gesamten Bereich der organischen Materie beschrieben.388

Der evolutionistische Biologe Douglas Futuyma schreibt. Zusammen mit Marx's materialistischer Theorie über Geschichte und Gesellschaft... schlug Darwin die letzten Bretter von der Plattform der Mechanik und des Materialismus.389 Der evolutionistische Paläontologe Stephen Jay Gould sagt: "Darwin wandte eine konsistente Philosophie des Materialismus auf seine Interpretation der Natur an."390

Die materialistische Philosophie lässt natürlich den Glauben an einen Schöpfer nicht zu, denn wenn Materie immer schon existiert hat und wenn alles aus Materie besteht, dann kann es keinen übernatürlichen Schöpfer geben, der sie geschaffen hat.

So erhebt sich die Frage, ob der materialistische Gesichtspunkt korrekt ist. Eine der Methoden, die Wahrheit oder Ungültigkeit einer Philosophie zu prüfen, besteht in der Anwendung wissenschaftlicher Methoden bei der Untersuchung der Behauptungen, die diese Philosophie über die Wissenschaft macht. Ein Philosoph des 10. Jahrhunderts zum Beispiel könnte behauptet haben, es gebe einen heiligen Baum auf dem Mond, alles Leben wachse an den Zweigen dieses Baums wie eine Frucht und fiele dann auf die Erde herunter. Einige Menschen könnten diese Philosophie als einleuchtend empfunden und daran geglaubt haben. Doch im 21. Jahrhundert, in einer Zeit, in der die Menschen es geschafft haben, auf dem Mond umher zu laufen, ist es nicht länger möglich, einen solchen Glauben aufrecht zu erhalten. Ob ein solcher Baum existiert oder nicht, kann durch wissenschaftliche Methoden festgestellt werden, durch Beobachtung und Experiment.

Wir können also die Stichhaltigkeit der Behauptung, Materie habe schon seit Ewigkeit existiert und könne sich ohne einen übernatürlichen Schöpfer selbst organisieren und das Leben hervorbringen, anhand wissenschaftlicher Methoden ermitteln. Wenn wir dies tun, sehen wir, dass die Theorie des Materialismus bereits zusammengebrochen ist, weil die Idee, Materie habe seit Ewigkeit existiert, durch den Nachweis des Urknalls (Big Bang) widerlegt wurde, der gezeigt hat, dass das Universum aus dem Nichts entstanden ist. Die Behauptung, Materie habe sich selbst organisiert und das Leben geschaffen, nennen wir Evolutionstheorie, die dieses Buch untersucht hat und deren Zusammenbruch gezeigt worden ist.

Wenn jemand aber entschlossen ist, bevor er irgend etwas anderes gelten lässt, an den Materialismus zu glauben, wenn er zuallererst Materialist ist und erst in zweiter Linie Wissenschaftler, dann wird er auch dann den Materialismus nicht aufgeben, wenn er sieht, dass die Evolutionstheorie von der Wissenschaft widerlegt wurde. Er wird im Gegenteil, koste es was es wolle, den Materialismus verteidigen.

Das interessanteste daran ist, dass Evolutionisten dies von Zeit zu Zeit selbst zugegeben. Ein bekannter Genetiker und überzeugter Evolutionist, Richard C. Lewontin von der Harvard Universität gesteht, dass er "erstens Materialist und zweitens Wissenschaftler" sei:

Es ist nicht etwa so, dass die Methoden und Institutionen der Wissenschaft uns in irgendeiner Weise dazu zwingen, eine materielle Erklärung für diese phänomenale Welt zu akzeptieren sondern wir sind gezwungen durch unser a priori Festhalten an materiellen Ursachen, einen "Ermittlungsapparat" und eine Reihe von Konzepten zu schaffen, die materielle Erklärungen produzieren, gleichgültig wie mystifizierend dies sein mag und wie stark sich die Intuition des nicht Eingeweihten dagegen sträuben mag, und dadurch, dass Materialismus absolut ist, wir können es uns also gar nicht erlauben, "einen heiligen Fuß in der Tür" zu haben.391

Der von Lewontin benutzte Begriff "a priori" ist wichtig. Er ist einer von zwei Begriffen der Erkenntnistheorie, eine Erkenntnis "a priori" bedeutet: von aller Erfahrung losgelöst, allein auf den logischen Operationen des Verstandes gründend, im Unterschied zu der Erkenntnis "a posteriori": auf Erfahrung, Wahrnehmung gründend.

Wie Lewontin offen zugibt, ist der Materialismus eine a priori "Erkenntnis" der Evolutionisten, die anschließend versuchen, die Wissenschaft dieser vorgefassten Meinung anzupassen. Da der Materialismus definitiv die Verneinung der Existenz eines Schöpfers voraussetzt, flüchten sie zwangsläufig in die Evolutionstheorie, der einzigen zur Hand befindlichen Alternative. Solche Wissenschaftler interessiert nicht, dass die Evolutionstheorie den wissenschaftlichen Fakten nicht gerecht wird, weil sie sie a priori für wahr halten.

Dieses voreingenommene Verhalten führt Evolutionisten zu dem Glauben, dass "unbewusste Materie sich selbst erfand", was nicht nur der Wissenschaft widerspricht, sondern auch der Vernunft. Dies drückt sich in dem Konzept der "Selbstorganisation von Materie" aus.

Die evolutionistische Propaganda in den westlichen Medien und in bekannten und "geachteten" Wissenschaftsmagazinen ist das Ergebnis dieser ideologischen Notwendigkeit. Seit die Evolutionstheorie für unverzichtbar gehalten wird, haben die Kreise, die die Standards der Wissenschaft festlegen, sie zur heiligen Kuh erhoben.

Manche Wissenschaftler befinden sich in einer Situation, in der sie, um ihre Reputation nicht zu gefährden, diese an den Haaren herbeigezogene Theorie verteidigen oder mindestens jedes abfällige Wort über sie vermeiden müssen. In westlichen Ländern müssen Akademiker in bestimmten wissenschaftlichen Journalen veröffentlichen, um eine Professorenstelle zu bekommen und sie später auch zu behalten. Alle sich mit Biologie befassenden Journale werden von Evolutionisten kontrolliert, die keine anti-evolutionistischen Artikel zulassen. Deshalb müssen Biologen ihre Forschungen unter der Dominanz dieser Theorie betreiben. Auch sie sind Teil der etablierten Ordnung, die Evolution als ideologische Notwendigkeit ansieht, weswegen sie blindlings all die unmöglichen Zufälle verteidigen, die wir in diesem Buch erörtert haben.

388 Alan Woods, Ted Grant. "Marxism and Darwinism," Reason in Revolt: Marxism and Modern Science, London, 1993
389 Douglas Futuyma, Evolutionary Biology, 2. b., MA: Sinauer, Sunderland, 1986, S. 4. (Hervorhebung wurde hinzugefügt)
390 Alan Woods, Ted Grant, "Marxism and Darwinism," Reason in Revolt: Marxism and Modern Science, London, 1993. (Hervorhebung wurde hinzugefügt)
391 Richard Lewontin, "The Demon-Haunted World," The New York Review of Books, January 9, 1997, S. 28. (Hervorhebung wurde hinzugefügt)

 
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