Die Herkunft des Ohrs nach evolutionistischer Lesart

Das irreduzibel komplexe System des Ohres ist etwas, dass Evolutionisten niemals befriedigend erklären können. Wenn wir die gelegentlich von Evolutionisten vorgeschlagenen Theorien anschauen, finden wir eine einfache, oberflächliche Logik. Der Autor Veysel Atayman beispielsweise, der das Buch Im Anfang war der Wasserstoff des deutschen Wissenschaftsautors Hoimar von Ditfurth ins Türkische übersetzt hat und der von den Türkischen Medien für einen "Evolutionsexperten" gehalten wird, fasst seine "wissenschaftliche" Theorie zur Entstehung des Ohrs und seine diesbezügliche Beweisführung so zusammen:

Unser Hörorgan, das Ohr, entwickelte sich als Ergebnis der Evolution der endodermen und der exodermen Hautschichten. Ein Beweis dafür ist, dass wir tiefe Töne in unserer Magenhaut wahrnehmen.359

Anders gesagt, Atayman glaubt allen Ernstes, dass sich das Ohr aus der Haut anderer Körperteile entwickelte und führt die Tatsache der Wahrnehmung tiefer Frequenzen durch die Haut als Beweis dafür an.

Nehmen wir zuerst seine "Theorie" und anschließend den "Beweis", den er anbietet. Wir haben soeben gesehen, dass das Ohr eine aus Dutzenden verschiedener Elemente bestehende Struktur ist. Vorzuschlagen, sie sei durch "Evolution von Hautschichten" entstanden, ist mit einem Wort gesagt, abenteuerlich. Welche Mutation oder welcher Effekt natürlicher Selektion sollte solch eine Evolution geschehen lassen? Welcher Teil des Ohrs entstand zuerst? Wie konnte dieser Teil, ein Produkt des Zufalls, durch die natürliche Selektion ausgewählt werden, wenn er keine Funktion hatte? Wie konnte der Zufall all die sensiblen mechanischen Komponenten des Ohrs beschaffen: Trommelfell, Hammer, Amboss und Steigbügel, die sie steuernde Muskulatur, dass Innenohr, die Cochlea, die Flüssigkeit in ihr, die Flimmerhärchen, die bewegungssensitiven Zellen, ihre Nervenverbindungen etc.

Es gibt keine Antwort auf diese Fragen. Zu glauben, diese komplexe Gesamtstruktur sei nichts als Zufall, ist eigentlich ein Angriff auf die menschliche Intelligenz. Doch um es mit Michael Denton's Worten zu sagen, der Darwinist "akzeptiert den Gedanken ohne die Spur eines Zweifels - so wird das Paradigma zum Präzedenzfall"360

Jenseits der Mechanismen von natürlicher Selektion und Mutation glauben Evolutionisten tatsächlich an einen Zauberbesen, der die kompliziertesten Strukturen per Zufall entstehen lässt.

Der "Beweis" den Atayman für seine Theorie anbringt, ist noch weitaus interessanter. Er sagt "Die Tatsache, dass wir tiefe Töne mit der Haut erfühlen können, ist der Beweis." Was wir Töne nennen, sind Luftschwingungen. Da Schwingungen ein physikalisches Phänomen sind, können sie selbstverständlich auch von uns gefühlt werden. Es ist also völlig normal, wenn wir hohe oder tiefe Töne physisch spüren können. Außerdem haben solche Töne auch physische Auswirkungen. Das Zerbrechen von Glas, das einem intensiven hohen Ton ausgesetzt ist, ist ein Beispiel dafür. Das Interessante ist, dass der Autor Atayman glaubt, diese Effekte seien Beweis der Evolution des Ohres. Seine Logik ist die: "Das Ohr empfängt Schallwellen, unsere Haut wird von Schallwellen beeinflusst, also entwickelte sich das Ohr aus der Haut." Folgte man dieser Logik, könnte man auch sagen, Das Ohr empfängt Schallwellen, Glas wird von Schallwellen beeinflusst, also entwickelte sich das Ohr aus Glas." Hat man die Grenzen der Vernunft erst einmal hinter sich gelassen, gibt es keine "Theorie", die nicht vorgeschlagen werden könnte.

Auch andere Szenarien, die von Evolutionisten zur Entstehung des Ohrs vorgetragen werden, sind überraschend widersprüchlich. Evolutionisten behaupten, dass sich alle Säugetiere, den Menschen eingeschlossen, aus Reptilien entwickelt hätten. Doch wie wir schon zuvor gesehen haben, sind die Ohranatomien von Reptilien ganz andere als die von Säugetieren. Alle Säugetiere besitzen die eben beschriebene dreiknochige Mittelohranatomie, während es bei allen Reptilien nur einen Mittelohrknochen gibt. Evolutionisten antworten darauf, vier separate Knochen aus den Kiefern der Reptilien wechselten zufällig ihre Position und verwandelten sich in das Mittelohr, wobei sie wiederum zufällig zu Amboss und Steigbügelknochen wurden. Der einzelne Knochen im Mittelohr der Reptilien änderte wiederum seine Gestalt, verwandelte sich in den Hammerknochen, und so entstand das empfindsame Dreiknochensystem des Mittelohrs durch Zufall.361

Diese phantastische Behauptung, die durch keinerlei wissenschaftliche Entdeckung belegt wird - sie korrespondiert nicht mit dem Fossilienbestand - widerspricht sich vollständig selbst. Eine solche Veränderung würde jedes Tier ertauben lassen. Wie soll die Hörfähigkeit einer Kreatur bestehen bleiben, wenn seine Kieferknochen langsam ins Innenohr einzudringen beginnen? Es würde einen Nachteil gegenüber anderen Lebewesen bedeuten und nach Auffassung der Evolutionisten würde das Tier eliminiert werden.

Außerdem würde ein Lebewesen, dessen Kieferknochen sich auf das Ohr zu bewegen, mit deformiertem Kiefer dastehen. Es könnte immer schlechter kauen und am Ende gar nicht mehr. Auch dies wäre selbstverständlich ein Nachteil, der zu seiner Eliminierung führen würde.

Kurz, die Ergebnisse einer Untersuchung der Struktur der Ohren und ihrer Herkunft entwerten ganz klar die Annahmen der Evolutionisten. Die Grolier Encyclopedia, eine evolutionistische Quelle, macht das Eingeständnis, "Der Ursprung des Ohrs liegt im Dunkeln."362 Tatsächlich kann jeder, der das System des Ohrs mit gesundem Menschenverstand studiert, leicht erkennen, dass es das Ergebnis einer bewussten Schöpfung ist.

359 Veysel Atayman, "Maddeci 'Madde', Evrimci Madde" (Materialist 'Matter', Evolutionist Matter), Evrensel News Paper, 13. Juni 1999. (Hervorhebung wurde hinzugefügt)
360 Michael Denton, Evolution: A Theory in Crisis, Burnett Books, London, 1985, S. 351.
361 Duane T. Gish, "The Mammal-like Reptiles," Impact, no. 102, Dezember 1981.
362 "Ear / Evolution of the Ear" Grolier Academic Encyclopedia,1986, S. 6. (Hervorhebung wurde hinzugefügt)

 
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