Das Auge des Hummers

Es gibt sehr viele verschiedene Augentypen. Wir sind gewöhnt an das kameraähnliche Auge des Wirbeltiers. Es arbeitet nach dem Prinzip des durch eine Linse gebrochenen Lichts, das auf einen Punkt hinter der Linse im Augeninnern projiziert wird.

Augen anderer Kreaturen jedoch funktionieren nach ganz verschiedenen Methoden. Ein Beispiel ist der Hummer. Das Hummerauge arbeitet nach dem Prinzip der Reflektion anstelle des Prinzips der Refraktion.

Das am besten erkennbare Merkmal des Hummerauges ist seine Oberfläche, die aus zahlreichen Quadraten besteht. Wie auf dem Bild auf Seite 303 zu sehen ist, sind diese Quadrate äußerst präzise angeordnet. Wie ein Astronom in Science kommentierte: "Der Hummer ist das "unrechteckigste" Tier, dass ich je gesehen habe. Doch unter dem Mikroskop sieht das Hummerauge aus wie perfektes Millimeterpapier."356

Diese gut ausgerichteten Quadrate sind tatsächlich die Enden kleiner Röhren mit quadratischem Querschnitt, die eine bienenwabenähnliche Struktur bilden. Auf den ersten Blick sieht das Ganze aus wie aus Sechsecken bestehend, doch tatsächlich sieht man die Vorderseiten sechseckiger Prismen.

Faszinierender noch ist, dass die Innenseiten der quadratischen Röhren sich wie Spiegel verhalten, die das einfallende Licht reflektieren. Das reflektierte Licht wird ohne Unschärfe auf die Retina projiziert. Die Augenröhren sind exakt im richtigen Winkel angeordnet, so dass sie alles Licht auf denselben Punkt fokussieren.

Die außergewöhnliche Natur des Designs dieses Systems ist wohl unbestreitbar.

Michael Land, Wissenschaftler an der Universität von Sussex in England, war der erste, der die Augenanatomie des Hummers detailliert untersuchte. Er betonte, sie habe ein höchst überraschendes Design.357

Das Hummerauge bereitet der Evolutionstheorie große Probleme. Es veranschaulicht beispielhaft das Konzept der irreduziblen Komplexität. Wenn nur ein Element, sei es die quadratische Augenfacette, die spiegelnde Innenseite der Röhren oder die Retinaschicht weggenommen würde, würde das Auge nicht mehr funktionieren. Ergo kann nicht weiterhin behauptet werden, das Auge habe sich Schritt für Schritt entwickelt. Es ist wissenschaftlich nicht gerechtfertigt, zu argumentieren, ein solch perfektes Design sei zufällig entstanden. Das Hummerauge wurde als ein wunderbares System erschaffen. Man kann weitere Eigenschaften des Hummerauges finden, die die Feststellungen der Evolutionisten widerlegen. Interessant wird es, wenn man sich Kreaturen mit ähnlicher Augenanatomie anschaut. Das reflektierende Auge des Hummers findet sich nur bei einer einzigen Gruppe der Krebse, den so genannten Langkörperdekapoden. Dazu gehören Hummer, Garnelen und Krabben.

Das Auge des Hummers besteht aus zahlreichen Facetten. Die Facetten sind das Ende kleiner viereckiger Röhren. Die Innenwände dieser Röhren verhalten sich wie Spiegel, die das einfallende Licht reflektieren. Das reflektierte Licht fällt auf die Retina. Die das Licht leitenden Röhren sind so perfekt justiert, dass sie alle auf denselben Punkt fokussieren.

Die anderen Tiere aus der Klasse der Krebse sind mit dem Typ des lichtbrechenden Auges ausgestattet, das nach völlig anderen Prinzipien arbeitet. Bei ihnen besteht das Auge aus hunderten von Facetten, die ebenfalls einer Bienenwabe ähneln. Doch diese Facetten sind nicht quadratisch, sondern rechteckig oder rund, und sie reflektieren das Licht nicht, sondern kleine Linsen brechen das Licht und lenken es auf die Retina.

Die Mehrheit der Krustentiere lebt mit dem lichtbrechenden Auge. Folgt man evolutionistischen Annahmen, so müssen sich alle Tiere der Klasse der Krebse aus demselben Vorfahren entwickelt haben. Darum behaupten Evolutionisten, das refraktierende Auge entwickelte sich aus einem reflektierenden Auge, das unter den Krebsen viel weiter verbreitet und wesentlich einfacher aufgebaut ist.

Doch eine solche Beweisführung ist nicht möglich, weil beide Augenanatomien perfekt funktionieren und keinen Raum lassen für irgendeine Übergangsform. Ein Krebs wäre blind und würde durch die natürliche Selektion eliminiert werden, würden seine lichtbrechenden Linsen verschwinden und durch spiegelnde Oberflächen ersetzt werden.

Aus diesen Gründen ist es sicher, dass beide Augenstrukturen getrennt voneinander entworfen und erschaffen worden sind. Es gibt eine solche geometrische Präzision in diesen Augen, dass es lächerlich erscheint, an die Möglichkeit des Zufalls auch nur zu denken.

356 J. R. P. Angel, "Lobster Eyes as X-ray Telescopes," Astrophysical Journal, 1979, No. 233, pp. 364-373. See also B. K. Hartline (1980), "Lobster-Eye X-ray Telescope Envisioned," Science, No. 207, p. 47, cited in Michael Denton, Nature's Destiny, The Free Press, 1998, S. 354.
357 M. F. Land, "Superposition Images are Formed by Reflection in the Eyes of Some Oceanic Decapod Crustacea," Nature, 1976, vol. 263, S. 764-765.

 
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