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In seinem Buch Darwins Black Box (Darwins schwarzer Kasten)
führt Michael Behe aus, dass die Struktur der lebenden Zelle
und anderer biochemischer Systeme für Darwin und seine Zeitgenossen
unbekannte "Black Boxes" gewesen sind. Darwin nahm an, diese
besäßen einfache Strukturen und könnten zufällig entstanden
sein. Die moderne Biochemie hat die schwarzen Kästen nun geöffnet
und die irreduzibel komplexe Struktur des Lebens enthüllt.
Behe schreibt, aufgrund des damaligen Standes der Wissenschaft
seien Darwins Überlegungen zur Entstehung des Auges überzeugend
erschienen:
Darwin überzeugte viele davon, ein modernes
Auge könne sich schrittweise aus einer simpleren Struktur
entwickelt haben, doch er versuchte nicht einmal, zu erklären,
wo er seinen Ausgangspunkt - den relativ einfachen lichtempfindlichen
Fleck - her hatte. Im Gegenteil, er tat die Frage nach dem
elementaren Ursprung des Auges ab... Er hatte einen ausgezeichneten
Grund, die Frage zu verweigern: Ihre Beantwortung lag vollständig
jenseits der Möglichkeiten der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts.
Wie das Auge funktioniert - was also geschieht, wenn ein
Photon auf die Retina trifft - konnte zu jener Zeit schlicht
nicht beantwortet werden.353
Wie also arbeitet dieses für Darwin vermeintlich simple System
wirklich? Wie nehmen die Zellen in der retinalen Schicht des
Auges die auf sie einfallenden Lichtstrahlen wahr?
Die Antwort ist kompliziert. Wenn Photonen auf die Retinazellen
treffen, lösen sie eine Kettenreaktion aus, einen Dominoeffekt.
Der erste der Dominosteine ist das 11-cis-Retinal Molekül,
das auf die Photonen reagiert. Wenn es von einem Photon getroffen
wird, ändert das Molekül seine Form und in der Folge auch
die Form eines Proteins namens Rodopsin, mit dem es fest verbunden
ist. Dadurch bindet sich das Rodopsin an ein weiteres zellresidentes
Protein, das Transdusin.
Bevor es die Transdusinbindung eingeht, ist das Rodopsin
an ein GDP Molekül gebunden. Beim Eingehen der Verbindung
mit Rodopsin gibt das Transdusin das GDP Molekül frei und
bindet sich an ein GTP Molekül. Der neu entstandene Molekülkomplex
aus den beiden Proteinen Rodopsin und Transdusin sowie dem
GTP Molekül wird "GTP-Transdusin-Rodopsin" genannt.
Doch der Prozess hat gerade erst begonnen. Der neue GTP-Transdusin-Rodopsin
Komplex bindet sich nun schnell an ein weiteres zellresidentes
Protein, "Phosphodiesterase" genannt. Das Phosphodiesterase
Protein löst nun ein so genanntes cGMP Molekül aus der Zelle
heraus. Da dieser Vorgang in Millionen Proteinen der Zelle
gleichzeitig stattfindet, kommt es zu einem plötzlichen Absinken
der cGMP Konzentration in der Zelle.
Was hat all das nun mit der Sehfähigkeit
zu tun? Das letzte Element der beschriebenen Kettenreaktion
liefert die Antwort. Das Absinken der cGMP Menge beeinflusst
die Ionen-Kanäle der Zelle. Der Ionenkanal ist eine Struktur,
die aus Proteinen besteht, die die Zahl der Sodiumionen in
einer Zelle regulieren. Unter normalen Umständen lässt der
Ionenkanal Sodiumionen in die Zelle fließen, wenn ein anderes
Molekül entsprechend überschüssige Sodiumionen freisetzt.
Dies führt zu einer Unausgewogenheit der Aufladung der Zellmembran,
die nun die mit dieser Zelle verbundenen Nervenzellen stimuliert,
was am Ende etwas entstehen lässt, das wir als "elektrischen
Impuls" bezeichnen. Nerven übertragen diese Impulse an das
Gehirn, in dem der eigentliche Sehvorgang stattfindet.354
Kurz, ein einziges Photon trifft auf eine Zelle und durch
eine ganze Serie von Kettenreaktionen produziert die Zelle
einen elektrischen Impuls. Die Intensität dieses Reizes hängt
ab von der Energie des Photons, in diesem Fall der Helligkeit
des Lichts. Faszinierend ist auch, dass der gesamte beschriebene
Prozess in weniger als einer tausendstel Sekunde stattfindet.
Sobald die Kettenreaktion abgelaufen ist, bringen andere spezialisierte
Proteine innerhalb der Zelle die beteiligten Elemente wie
das 11-cis-Retinal, Rodopsin und Transdusin wieder in ihren
Originalzustand. Das Auge ist einem permanenten Photonenschauer
ausgesetzt und jedes einzelne Photon löst die beschriebene
Kettenreaktion aus, deren Vielzahl uns unsere Umwelt optisch
wahrnehmen lässt.
Der gesamte Prozess des Sehens ist tatsächlich noch viel
komplizierter, als es die hier gegebene grobe Beschreibung
vermuten lässt. Doch bereits dieser kurze Überblick genügt,
die außergewöhnliche Natur des Systems zu demonstrieren. Es
existiert ein so kompliziertes fein austariertes Design innerhalb
des Auges, dass es sinnlos ist, zu behaupten, ein derartiges
System könnte per Zufall entstanden sein. Es besitzt eine
irreduzibel komplexe Struktur. Würde nur ein einziges der
zum Ablauf der Kettenreaktion notwendigen Teile fehlen oder
nicht die entsprechenden Eigenschaften besitzen, könnte das
System auf keinen Fall funktionieren.
Es ist klar, dass dieses System Darwins Erklärung des Lebens
mit dem Zufall einen schweren Schlag versetzt. Michael Behe
schreibt über die Biochemie des Auges und über die Evolutionstheorie:
Nun da die Black Box des Sehens geöffnet
ist, reicht eine evolutionistische Erklärung,
die nur auf die anatomischen Strukturen der Augen eingeht,
nicht mehr aus, wie Darwin es im 19. Jahrhundert
tat und wie es populistische Vertreter der Evolutionstheorie
noch heute tun. Jeder Schritt der Anatomie und der Strukturen,
die Darwin für so simpel gehalten hatte, bezieht immer kompliziertere
biochemische Prozesse ein, die nicht mit rhetorischer Kosmetik
verdeckt werden können.355
Die irreduzibel komplexe Struktur des Auges widerlegt nicht
nur definitiv die darwinistische Theorie, sondern zeigt auch,
dass das Leben mit einem überlegenen Design erschaffen wurde.
  
353 Michael
J. Behe, Darwin's Black Box, The Free Press, New York, 1996,
S. 18.
354 Michael J. Behe, Darwin's Black Box,
The Free Press, New York, 1996, S. 18-21.
355 Michael J. Behe, Darwin's Black Box,
The Free Press, New York, 1996, S. 22. (Hervorhebung wurde
hinzugefügt)
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