| Die
wichtigsten Kriterien, mit denen man sich beschäftigen muss,
wenn man die Evolutionstheorie im Licht wissenschaftlicher
Entdeckungen in Frage stellt, sind zweifellos die, die Darwin
selbst benutzte. In The Origin of Species (Der Ursprung der
Arten) schlug Darwin eine Reihe von Kriterien vor, an denen
er seine Theorie gemessen und gegebenenfalls widerlegt wissen
wollte. Viele Passagen seines Buches beginnen mit den Worten
"Falls meine Theorie wahr sein sollte..." und in ihnen beschreibt
Darwin die Entdeckungen, die aufgrund seiner Theorie noch
hätten gemacht werden müssen. Eines der wichtigsten dieser
Kriterien bezieht sich auf Fossilien und "Übergangsformen".
In früheren Kapiteln untersuchten wir, wie diese Vorhersagen
Darwins nicht eintrafen und wie der Fossilienbestand seine
Evolutionstheorie im Gegenteil vollständig widerlegt.
Darwin gab uns jedoch noch ein weiteres wichtiges Kriterium,
an dem er seine Theorie überprüft haben wollte. Dieses Kriterium
sei so wichtig, wie Darwin schrieb, dass es seine Theorie
vollständig zu Fall bringen könne:
Wenn gezeigt werden könnte, dass
irgendein komplexes Organ existierte, das sich nicht aufgrund
zahlreicher, aufeinanderfolgender, kleiner Modifikationen
entwickelt hat, dann würde meine Theorie vollständig zusammenbrechen.
Ich kann jedoch keinen solchen Fall finden.348
Wie wir wissen, erklärt die Evolutionstheorie den Ursprung
des Lebens mit zwei natürlichen Mechanismen, die über kein
Bewusstsein verfügen: natürliche Selektion und Mutation. Nach
der Theorie führen diese beiden Mechanismen zum Entstehen
der komplexen Struktur lebender Zellen und weiter zu den anatomischen
Systemen der Lebewesen, wie Augen, Ohren, Flügel, Lungen,
dem Sonarsystem der Fledermaus und Millionen anderer komplexer
Anatomien.
Wie aber soll es möglich sein, dass solche Systeme, die unglaublich
kompliziert aufgebaut sind, als Ergebnisse zweier Natureffekte
angesehen werden können, die zweifellos nicht über Bewusstsein
verfügen? An diesem Punkt bringt die Evolutionstheorie das
Konzept der "Reduzierbarkeit" ins Spiel. Es wird behauptet,
diese Systeme könnten auf grundlegende Zustände zurückgeführt
werden, aus denen sie sich dann weiterentwickelt hätten. Jedes
Stadium sei für das Lebewesen ein wenig vorteilhafter und
werde daher durch natürliche Selektion ausgewählt. Später
einmal werde es eine weitere zufällige Entwicklung geben,
die wieder vorgezogen werden wird, da sie einen weiteren kleinen
Vorteil verschaffe. Auf diese Weise gehe der Evolutionsprozess
immer weiter. Folgt man dieser Behauptung, so wird eine Art,
die ursprünglich keine Augen besaß, perfekt funktionierende
Augen entwickeln, eine andere Art, die vorher nicht fliegen
konnte, wird Flügel erhalten.
Diese Geschichte wird in evolutionistischen Quellen überzeugend
und verständlich erzählt. Doch geht man ein wenig ins Detail,
so taucht ein großer Irrtum auf. Den ersten Aspekt dieses
Irrtums kennen wir bereits: Mutationen sind destruktiv, nicht
konstruktiv. Zufällige Mutationen der Lebewesen geben diesen
keinen Vorteil, und die Annahme, es könne tausende Male hintereinander
geschehen, ist ein Traum, der allen wissenschaftlichen Beobachtungen
zuwider läuft.
Doch es gibt einen weiteren Aspekt des Irrtums. Die Evolutionstheorie
erfordert, dass jedes einzelne Stadium zwischen zwei Entwicklungszuständen
"vorteilhaft" sein muss. In einem Evolutionsprozess von A
bis Z beispielsweise, von einer flügellosen Kreatur zu einer
geflügelten, müssen alle Zwischenstadien B, C, D, ...V, W,
X, Y und Z der Kreatur einen Vorteil verschaffen. Da natürliche
Selektion und Mutation ihre Ziele nicht bewusst vorher aussuchen
können, basiert die gesamte Theorie auf der Hypothese, dass
lebende Systeme auf einzelne Wesensmerkmale reduziert werden
können, die einem Organismus schrittweise hinzugefügt werden
und jedes Mal einen selektiven Vorteil darstellen. Darum sagte
Darwin, "Wenn gezeigt werden könnte, dass irgendein komplexes
Organ existierte, das sich nicht aufgrund zahlreicher, aufeinanderfolgender,
kleiner Modifikationen entwickelt hat, dann würde meine Theorie
vollständig zusammenbrechen."
Es mag an dem eher primitiven Stand der Wissenschaft des
19. Jahrhunderts gelegen haben, dass Darwin annahm, Lebewesen
könnten eine reduzible Struktur aufweisen. heute jedoch wissen
wir, dass viele Systeme und Organe der Lebewesen nicht vereinfacht
werden können. Diese Tatsache, bekannt als "irreduzible Komplexität",
widerlegt die Evolutionstheorie definitiv, genau wie Darwin
selbst fürchtete.
  
348 Charles
Darwin, The Origin of Species: A Facsimile of the First Edition,
Harvard University Press, 1964, S. 189. (Hervorhebung wurde
hinzugefügt)
|