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Gruppe von Wissenschaftlern, die entschlossen waren, auf irgendeinem
Weg den Darwinismus mit der Wissenschaft der Genetik in Einklang
zu bringen, traf sich 1941 auf einem Kongress, der von der
Amerikanischen Geologischen Gesellschaft organisiert worden
war. Nach langer Diskussion kamen sie überein, den Darwinismus
neu zu interpretieren und während der folgenden nächsten
Jahre erarbeitete man eine Synthese verschiedener Wissenschaftszweige
mit einer revidierten Evolutionstheorie.
Zu den Wissenschaftlern, die mit der Etablierung
der neuen Theorie befasst waren, gehörten die Genetiker
G. Ledyard Stebbins und Theodosius Dobzhansky, die Zoologen
Ernst Mayr und Julian Huxley, die Paläontologen George
Gaylord Simpson und Glenn L. Jepsen, und die Mathematik-Genetiker
Sir Ronald A. Fisher und Sewall Wright.5
Um Tatsache der genetischen Stabilität zu widerlegen
(genetische Homöostase) bemühte diese Wissenschaftlergruppe
das Konzept der "Mutation", das von dem holländischen
Botaniker Hugo de Vries zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgeschlagen
worden war. Mutationen sind Defekte, die aus unbekannten Gründen
im Vererbungsmechanismus von Lebewesen auftauchen. Mutierende
Organismen entwickeln ungewöhnliche Strukturen, die von
der ihnen durch ihre Eltern vererbten genetischen Information
abweichen. Das Konzept der zufälligen Mutation sollte
die Antwort liefern auf die Frage nach der Herkunft der vorteilhaften
Variationen, die die Weiterentwicklung der Lebewesen bewirken
- nach Darwins Theorie. Darwin selbst hatte das Phänomen
nicht erklären können, so versuchte er ihm auszuweichen,
indem er auf Lamarck verwies. Die Gruppe aus der Amerikanischen
Geologischen Gesellschaft nannte diese neu formulierte Theorie,
der man zu Darwins These der natürlichen Selektion das
Mutationskonzept hinzugefügt hatte, "Synthetische
Evolutionstheorie" oder "Moderne Synthese".
nach kurzer Zeit wurde diese Theorie als "Neo-Darwinismus"
bekannt und ihre Anhänger als "Neo-Darwinisten".
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Die Architekten des Neo-Darwinismus: Ernst
Mayr, Theodosius Dobzhansky und Julian Huxley.
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Doch es gab ein schwerwiegendes Problem: Es stimmt, dass
Mutationen die genetischen Daten lebender Organismen verändern,
doch diese Veränderung ist immer zum Schaden des betroffenen
Lebewesens.
Alle beobachteten Mutationen endeten mit verunstalteten,
schwachen oder kranken Organismen und führten manchmal
sogar zum Tod. Bei dem Versuch, Beispiele für "nützliche
Mutationen" zu finden, die die genetischen Daten lebender
Organismen verbessern, führten Neo-Darwinisten viele
Experimente und Beobachtungen durch. Über Jahrzehnte
wurden Mutationsexperimente an Fruchtfliegen und verschiedenen
anderen Spezies durchgeführt. Jedoch konnte in keinem
dieser Experimente eine den Genpool des Lebewesens verbessernde
Mutation beobachtet werden.
Noch heute ist das Thema Mutation ein großes Problem
des Darwinismus. Trotz der Tatsache, dass die Theorie der
natürlichen Selektion Mutationen als die einzige Ursache
"nützlicher Veränderungen" ansieht, sind
keine wie auch immer gearteten Mutationen beobachtet worden,
die tatsächlich nützlich gewesen wären, soll
heißen, die die genetische Information verbessert hätten.
Im folgenden Kapitel werden wir dieses Thema im Detail betrachten.
Eine andere Sackgasse ergab sich für die Neo-Darwinisten
aus den vorhandenen Fossilien. Schon zu Darwins Zeiten stellten
die Fossilien ein großes Problem für die Theorie
dar. Obwohl Darwin das Fehlen von "Übergangs-Arten"
zugab, sagte er voraus, dass zukünftige Forschungen den
Beweis für diese verloren gegangenen Zwischenformen liefern
würden. Doch trotz aller Anstrengungen der Paläontologen
blieb das Fossilienthema ein ernsthaftes Handicap der Theorie.
Eins nach dem anderen verloren Konzepte wie die "verkümmerten
Organe", die "embryologische Rekapitulation"
und "Homologie" im Licht neuer wissenschaftlicher
Entdeckungen ihre Bedeutung. Mit all diesen Themen werden
sich die verbleibenden Kapitel dieses Buches ausführlich
befassen.
  
5
Lee Spetner, Not By Chance!, The Judaica Press, New York,
1997, S. 20. Mendel: An Opponent of Descent with Modification",
History of Science, 26, 1988, S. 41-75.
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