Die Evolutionstheorie
des intermittierenden Gleichgewichts besagt nach ihrem heutigen
Stand, dass Populationen über lange Zeiträume keine
Veränderungen aufweisen, sondern sich in einer Art Gleichgewicht
befinden. Entsprechend dieser Auffassung finden evolutionäre
Veränderungen in kleinen Zeitrahmen statt und nur bei
einem kleinen Teil der Population, dass heißt, die Periode
des Gleichgewichts wird kurzzeitig unterbrochen, mit anderen
Worten, das Gleichgewicht "intermittiert". Weil
der betroffene Teil der Population sehr klein ist, wählt
die natürliche Selektion große Mutationen aus und
ermöglicht dergestalt das Erscheinen einer neuen Art.
Nach dieser Theorie lebt zum Beispiel eine Reptilienart Millionen
Jahre lang, ohne sich zu verändern. Doch plötzlich
erfolgt irgendwie bei einem kleinen Teil dieser Art eine ganze
Serie großer Mutationen, deren Ursache uns nicht verraten
wird. Diese Mutationen - die vorteilhaft sind - greifen in
der kleinen betroffenen Gruppe schnell um sich. Die Gruppe
entwickelt sich sehr schnell und verwandelt sich nach kurzer
Zeit in eine andere Reptilienart, oder sogar in ein Säugetier.
Da der Prozess sehr schnell und nur bei einem geringen Anteil
der Population vonstatten geht, blieben nur ganz wenige oder
gar keine Fossilien der Übergangsformen zurück.
Die Theorie war eigentlich vorgeschlagen worden, um eine
Antwort zu geben auf die Frage, "Wie
kann eine bestimmte Periode der Evolution so schnell vorübergehen,
dass keine Fossilien zurückbleiben?" Zwei
Hypothesen werden für die Antwort vorausgesetzt:
1. Makromutationen sind vorteilhaft und erzeugen neue genetische
Informationen.
2. Kleine Populationen verfügen über ein größeres
Potential für genetische Veränderungen.
Beide Hypothesen kollidieren jedoch mit dem wissenschaftlichen
Kenntnisstand.
  
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